Die Entscheidung über die Bilanz liege bei der Notenbank, sagte Bessent am Sonntag dem Sender Fox News. «Ich denke, sie werden sich ​wahrscheinlich zurücklehnen und sich mindestens ein Jahr Zeit ‌nehmen, um zu entscheiden, was ‌sie tun wollen.» Bessent betonte, Warsh werde als Fed-Chef sehr unabhängig agieren. Die Bilanzsumme umfasst das Gesamtvermögen der Fed, hauptsächlich US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere.

Warsh, der von 2006 bis 2011 im Direktorium der Fed ⁠sass, gilt eigentlich als Kritiker der Anleihekäufe. Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass die grossen Bestände der Fed die Finanzmärkte verzerrten und ​drastisch reduziert werden sollten. Dies könnte jedoch im ‌Widerspruch zu den Zielen von US-Präsident Donald ‍Trump stehen. Dieser fordert deutlich niedrigere Hypothekenzinsen. Experten zufolge würde eine Verkleinerung der Fed-Bilanz ​dieses Ziel gefährden und könnte zudem die Finanzstabilität beeinträchtigen.

Die US-Notenbank hatte ihre Bilanzsumme während der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, ‌um die langfristigen Zinsen zu drücken. ⁠Im Sommer 2022 erreichte sie einen Höchststand ‌von neun Billionen Dollar. Anschliessend liess die Fed Anleihen auslaufen – ein Prozess, der als «Quantitative Tightening» ‍bekannt ist –, wodurch das Volumen bis Ende 2025 auf 6,6 Billionen Dollar sank. Im Dezember begann die Notenbank jedoch ​wieder, ihren Bestand durch den Kauf von ‍kurzlaufenden Staatsanleihen technisch zu erhöhen, um genügend Liquidität im Finanzsystem sicherzustellen.

(Reuters)