Gegen den Agrar- und Pharmakonzern Bayer ist in den USA eine Klage wegen illegaler und wettbewerbswidriger Praktiken erhoben worden. ‌Dem Konzern ⁠wird vorgeworfen, den US-Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut monopolisiert und damit «Hunderte Millionen, wenn ⁠nicht Milliarden, unrechtmässig erwirtschaftete Dollar» eingenommen zu haben.

Dies geht aus der Klageschrift hervor, die ‌am Dienstag veröffentlicht wurde. Das Unternehmen habe den ‌Markt für Maissaatgut kontrolliert, das gegen ​sein weitverbreitetes Unkrautvernichtungsmittel Roundup resistent ist. Der Konzern habe Wettbewerber an der Entwicklung generischer Versionen des von Bayer kontrollierten Maissaatguts mit der Bezeichnung NK603 gehindert, heisst es in der Klageschrift. Das habe die Kosten für Landwirte ‌und unabhängige Saatgutfirmen in die Höhe getrieben.

Bayer wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. Die Anschuldigungen seien unbegründet und man werde vor Gericht darauf reagieren, teilte das ​Unternehmen mit. «Die Märkte für Betriebsmittel und Maissaatgut sind wettbewerbsfähig, ​fair und vielfältig», erklärte Bayer.

Die Zivilklage gegen ​Bayer wurde von Latham Quality, einem Saatgutunternehmen aus Iowa, bei einem Bundesgericht im US-Staat Missouri ‌eingereicht. Sie strebt eine Sammelklage und eine dreifache Entschädigung für die laut dem Kläger erlittenen Schäden an. «Bayer hat die Macht, die Marktpreise zu kontrollieren und den ​Wettbewerb ​auszuschliessen», heisst es in der Klageschrift. «Tatsächlich ⁠tut das Unternehmen das auch.» Die Regierung von ​US-Präsident Donald Trump ⁠will gegen wettbewerbswidriges Verhalten in den Lebensmittel-Lieferketten vorgehen.

Bayer hatte den US-Saatguthersteller Monsanto 2018 übernommen ‌und sieht sich in den USA bereits mit Tausenden anderen Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Roundup konfrontiert. Der Gewinn des ‌Konzerns in der Agrarsparte (Crop Science), zu der auch das ​Saatgutgeschäft gehört, war im ersten Quartal um 17,9 Prozent auf drei Milliarden Euro gestiegen.

(Reuters)