Die Aktien von VAT steigen im morgendlichen Handel am Mittwoch um rund 4,0 Prozent auf fast 579 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,18 Prozent einbüsst. Die Valoren des Halbleiter-Zulieferers haben seit Jahresbeginn dank der hohen Nachfrage aus der boomenden Halbleiterindustrie um 46 Prozent zugelegt. 

Die US-Investmentbank Goldman Sachs stuft das Rating für VAT aufgrund des anziehenden Investitionstrends auf «Buy» von «Hold» hoch. Das Kursziel wird dabei markant auf 703 von 551 Franken angehoben. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von etwa 22 Prozent. Der Halbleiter-Zulieferer sollte mit seiner starken Marktstellung bei Vakuumventilen überdurchschnittlich profitieren, so die Begründung des Analysten von Goldman Sachs. 

Neben Goldman Sachs hat auch die UBS das Kursziel auf 650 von 550 Franken nach oben angepasst. Joern Iffert, der zuständige Analyst, begründet den Entscheid mit der starken Nachfragedynamik und dem robusten Auftragswachstum bei VAT. Der Auftragsbestand stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 431 Millionen Franken, wie das Unternehmen am 16. April mitteilte. 

Der UBS-Experte hebt zudem das positive «Book-to-Bill-Verhältnis» mit dem Faktor 1,6 hervor. Dies bedeutet, dass das Unternehmen deutlich schneller neue Aufträge generiert, als es die bestehenden Produkte abrechnet. Das Book-to-Bill-Verhältnis setzt das Volumen der neu eingegangenen Aufträge ins Verhältnis zum fakturierten Nettoumsatz einer definierten Periode. Ein Wert von über eins ist ein Wachstumsindikator, da der Auftragseingang den aktuellen Umsatz übersteigt. Fällt der Wert hingegen unter eins, signalisiert dies eine abschwächende Nachfrage.

Mit Blick auf den rückläufigen Umsatz im ersten Quartal ergänzt Iffert von der UBS, dass dieser ausschliesslich auf vorübergehende Lieferkettenunterbrechungen und Änderungen der Kundenkonfiguration zurückgehe. Die fehlenden 20 bis 25 Millionen Franken Umsatzerlös dürften voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 realisiert werden und insgesamt nicht verloren gehen.

Vor überbordender Euphorie sei indes gewarnt – gerade im von hohen Kursschwankungen geprägten Halbleitersektor und dessen Zulieferern. Der UBS-Analyst bewertet die aktuelle Auftragslage zwar optimistisch, sieht den Erfolg des Unternehmens aber weiterhin von den Investitionszyklen abhängig. «Investitionen in Halbfertigprodukten können volatil sein und durch neue Technologien oder verstärkten Wettbewerb beeinflusst werden», so Iffert von der Schweizer Grossbank abschliessend.

Gemäss AWP-Analyzer stufen acht Analysten den Titel mit «Kaufen», sieben mit «Halten» und drei mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg bei 590 Franken auf die nächsten zwölf Monate.

(cash)