Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch bekanntgab. Es ist die zweite Pause in Folge, nachdem die Fed die Zinsen im vorigen Jahr dreimal gesenkt hatte.
In ihrem Zinsausblick hielten die Währungshüter nun zugleich an der bereits im Dezember signalisierten Option fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um einen Viertelpunkt zu senken. Keiner von ihnen sieht eine Notwendigkeit, die Zinssätze bis Ende dieses Jahres anzuheben.
Eine drohende Ausweitung des Krieges gegen den Iran auf die Energieinfrastruktur am Golf hat jüngst die Ölpreise nach oben getrieben. Infolge der Nachrichten stieg der Preis für die Ölsorte Brent um bis zu sechs Prozent auf über 109 Dollar je Fass. Die Spritpreise in den USA haben bereits kräftig angezogen. «Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss», erklärte die Fed in ihrem Statement zum Zinsbeschluss, in dem auch auf die anhaltend stabile Arbeitslosigkeit hingewiesen wurde.
Die US-Währungshüter gehen zugleich davon aus, dass die Inflation (PCE) Ende des Jahres bei 2,7 Prozent liegen und Ende 2027 mit 2,2 Prozent nahe am Zielwert der Zentralbank von 2,0 Prozent landen wird. «Die Ungewissheit über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die ohnehin noch erhöhte Inflation erschwert der Notenbank ihren Job», sagte LBBW-Ökonom Elmar Völker.
Bleibe es bei einem zeitlich eng begrenzten Energiepreisschock, dann dürfte die Fed durch diesen «hindurchschauen». Eine Zinssenkung sei angesichts der noch nicht ausgestandenen Inflationsgefahr allerdings vorerst faktisch vom Tisch, meint Ökonomin Lena Dräger vom Kiel Institut für Weltwirtschaft.
An den Finanzmärkten zeigte sich zunächst keine Reaktion: Der Dollar-Index, der den Greenback im Verhältnis zu sechs wichtigen Währungen misst, notierte wie vor der Entscheidung 0,2 Prozent fester auf 99,788 Punkten.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stand 0,9 Prozent im Minus bei 46.569 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 notierte 0,6 Prozent tiefer bei 6675 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel ebenfalls um 0,6 Prozent auf 22.349 Punkte. Gold verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 4890 Dollar je Feinunze. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries stand bei 4,218 Prozent.
(Reuters)

