Die Kerninflation werde dadurch voraussichtlich fast einen ⁠Prozentpunkt über dem Zielwert der Federal Reserve (Fed) von zwei Prozent verharren, sagte ‌der Präsident des Fed-Bezirks St. Louis ‌am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Er ​rechne damit, dass die Energiekosten auf die Kernrate durchschlagen würden. Diese dürfte zum Jahresende knapp unter oder bei etwa drei Prozent ausfallen, wobei sogar Risiken für einen noch höheren ‌Wert bestünden. Den Leitzins, der aktuell in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent liegt, könnte die Fed «für einige Zeit» beibehalten, ​erklärte Musalem weiter. Dabei werde sie in ​den kommenden Monaten die Daten zu ​Inflation, Arbeitsmarkt und Wirtschaft genau beobachten.

Ursprünglich hatte die Fed in diesem ‌Jahr Zinssenkungen ins Auge gefasst. Der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten und der darauffolgende Anstieg der Ölpreise haben die ​Aussichten ​jedoch verändert. Der Preis für die ⁠Nordseesorte Brent liegt derzeit bei etwa ​95 Dollar pro ⁠Barrel, gegenüber rund 70 Dollar vor Beginn des Krieges der ‌USA und Israels mit dem Iran. Dieser Preisschock macht nicht nur Benzin teurer, sondern treibt ‌auch die Kosten für Fracht, Reisen und Lebensmittel ​in die Höhe.