Begleitet von hochrangigen Wirtschaftsvertretern wie Elon Musk und ⁠Nvidia-Chef Jensen Huang strebt Trump eine stärkere Öffnung des chinesischen Marktes für US-Unternehmen an. Der US-Präsident wurde am Abend (Ortszeit) mit militärischen Ehren empfangen. ‌Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in der Volksrepublik seit fast einem ‌Jahrzehnt.

Auf seiner Online-Plattform Truth Social erklärte Trump, er werde Xi ​als Erstes bitten, den chinesischen Markt zu öffnen. Einem Insider zufolge hatte Trump den Nvidia-Chef erst in letzter Minute eingeladen, an der Reise teilzunehmen. Der Chipentwickler bemüht sich in China um die Zulassung für den Verkauf seiner leistungsstarken H200-Prozessoren für Künstliche Intelligenz (KI). Das chinesische Aussenministerium teilte mit, Peking sei bereit, die Zusammenarbeit auszubauen und Differenzen zu überwinden.

Vor dem ‌Gipfel schloss der US-Handelsbeauftragte Scott Bessent am Mittwoch in Südkorea dreistündige Vorbereitungsgespräche mit dem chinesischen Vizeregierungschef He Lifeng ab. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnete den Austausch als offen, intensiv und konstruktiv. Beide Seiten sind bestrebt, einen im vergangenen Oktober geschlossenen Burgfrieden ​im Handelsstreit aufrechtzuerhalten. Damals hatte Trump Zölle auf chinesische Waren ausgesetzt, während Xi im Gegenzug ​darauf verzichtete, die weltweite Versorgung mit Seltenen Erden zu drosseln.

Washington hofft ​US-Vertretern zufolge nun auf den Verkauf von Boeing-Flugzeugen, Agrargütern und Energie an China, um das Handelsdefizit abzubauen. Peking will seinerseits erreichen, dass die USA ‌ihre Exportbeschränkungen für Ausrüstung zur Chipherstellung und moderne Halbleiter lockern.

China bekräftigt: Keine Waffen für Taiwan

Trump geht politisch geschwächt in die Gespräche. US-Gerichte haben seine Befugnisse eingeschränkt, nach Belieben Zölle auf Einfuhren aus China und anderen Ländern zu erheben. Zudem treibt ​der Krieg ​im Iran die Inflation in den USA an, ⁠was die Zustimmungswerte des Präsidenten vor den Kongresswahlen im November belastet.

Vor seiner Abreise ​betonte Trump, er erwarte ⁠keine Hilfe von China, um den Krieg gegen den Iran zu beenden. «Ich glaube nicht, dass wir beim Iran Hilfe ‌brauchen», sagte er in Washington vor Journalisten. Die USA würden den Krieg auf die eine oder andere Weise gewinnen, ob friedlich oder nicht.

Neben Wirtschaftsfragen steht bei dem Gipfel auch das sensible Thema der ‌US-Waffenverkäufe an Taiwan auf der Tagesordnung. China bekräftigte am Mittwoch seinen strikten Widerstand gegen ​Rüstungslieferungen an die demokratisch regierte Insel. Der Status eines 14 Milliarden Dollar schweren US-Waffenpakets, das noch auf Trumps Zustimmung wartet, ist weiterhin unklar. China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, er hoffe, dass Trump bei Xi auch ‌den russischen Angriffskrieg gegen sein Land ​thematisieren werde.

(AWP/Reuters)