Die Marine werde mit sofortiger Wirkung damit beginnen, alle Schiffe an der Ein- oder Ausfahrt aus der ⁠Meerenge zu hindern, schrieb Trump am Sonntag auf der von ihm mitbegründeten Online-Plattform Truth Social. Damit schwinden die Hoffnungen auf eine baldige Öffnung der für die Weltwirtschaft zentralen Schifffahrtsroute.

Diese war ‌seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran vor mehr als sechs Wochen ‌bereits weitgehend unpassierbar. Trump wies die Marine zudem an, jedes Schiff in internationalen Gewässern ​aufzubringen, das eine Maut an den Iran gezahlt habe. «Niemand, der eine illegale Maut zahlt, wird auf hoher See eine sichere Durchfahrt haben», fügte er hinzu. Man werde auch damit beginnen, von Iranern in der Meerenge gelegte Minen zu zerstören. Zudem drohte Trump: «Jeder Iraner, der auf uns oder auf friedliche Schiffe schiesst, wird zur Strecke gebracht», schrieb er.

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des Krieges waren am Sonntag in der ‌pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Einigung zu Ende gegangen. Beide Seiten machten sich gegenseitig für das vorläufige Scheitern der Gespräche nach 21 Stunden verantwortlich. Der Vermittler Pakistan rief beide Seiten auf, die erst vor wenigen Tagen vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe einzuhalten.

«Die schlechte Nachricht ist, dass wir keine Einigung erzielt haben», hatte ​US-Vizepräsident JD Vance gesagt, der die US-Delegation anführte. Trump schrieb später, der Iran sei nicht bereit, seine nuklearen ​Ambitionen aufzugeben. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf, der die Delegation seines Landes leitete, warf den ​USA vor, das Vertrauen Teherans nicht gewonnen zu haben, obwohl sein Team «zukunftsweisende Initiativen» angeboten habe.

«Die USA haben die Logik und die Prinzipien des Irans verstanden, und es ist an der ‌Zeit, dass sie entscheiden, ob sie unser Vertrauen verdienen können oder nicht», schrieb Kalibaf auf der Plattform X. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, «überzogene» Forderungen der USA hätten eine Einigung verhindert.

Ein zentraler Streitpunkt war die Strasse von Hormus. Die Führung in Teheran fordert die Kontrolle über die Wasserstrasse und das Recht, Transitgebühren zu erheben. ​Die US-Regierung verlangt ​hingegen die freie Durchfahrt. Zudem fordern die USA eine Einschränkung des iranischen ⁠Urananreicherungsprogramms. Teheran bestreitet seit langem, den Bau einer Atombombe anzustreben.

Weitere Forderungen Teherans umfassten die Zahlung von ​Kriegsreparationen und eine Waffenruhe auch ⁠im Libanon. Dort bombardierte das israelische Militär jedoch auch während der Verhandlungen nach eigenen Angaben Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz.

Der israelische Sicherheitskabinettsminister Zeev Elkin sagte im ‌Armeeradio, weitere Gespräche seien zwar eine Option, fügte jedoch hinzu: «Die Iraner spielen mit dem Feuer.» Der Krieg, der am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen hatte, kostete Tausende Menschen das Leben. Trotz der Spannungen passierten am Samstag nach Angaben ‌aus Schifffahrtskreisen drei voll beladene Supertanker die Strasse von Hormus.

Es waren offenbar die ersten Schiffe, die den Golf seit ​der Waffenruhe verliessen. Es handelte sich um die ranghöchsten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution von 1979. Sie wurden möglich, nachdem der damalige Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, zu Beginn des Krieges bei einem Angriff auf Teheran getötet worden war. Er hatte direkte Gespräche mit den USA ‌untersagt.

(Reuters)