Dieser Schritt ‌werde ⁠die wegen des Krieges im Iran ohnehin schon hohen Spritpreise weiter in die ⁠Höhe treiben, teilte der Branchenverband AFPM am Freitag mit. Es sei rätselhaft, dass die Umweltbehörde EPA eine ‌Regelung erlasse, die die Situation für die Verbraucher noch ‌deutlich verschlimmern werde, sagte AFPM-Chef Chet Thompson. «So ​sieht Energiedominanz nicht aus.» Die Kritik offenbart ein seltenes Zerwürfnis zwischen dem Weissen Haus und der Ölindustrie.

Landwirte und Produzenten von Biokraftstoffen begrüssten dagegen die Entscheidung der EPA. Der Verband der Maisanbauer erklärte, die höheren Quoten seien ein positiver Schritt für ‌die Bauern, die sich in einem aussergewöhnlich schwierigen wirtschaftlichen Umfeld befänden. «Präsident Trump hat ein Goldenes Zeitalter der amerikanischen Landwirtschaft versprochen», sagte EPA-Chef Lee Zeldin. «Einmal mehr liefert seine Regierung.»

Aktuell kostet eine ​Gallone Benzin in den USA 3,98 Dollar (0,91 Euro je ​Liter). Seit Beginn des Krieges im Iran ​am 28. Februar ist der Preis damit um mehr als einen Dollar je Gallone gestiegen. Nach ‌Einschätzung von AFPM haben die bisherigen Vorgaben für Biokraftstoffe die Preise an den Tankstellen bereits um 0,25 Dollar je Gallone erhöht. Die neuen Auflagen dürften sie weiter steigen ​lassen.

Der ​deutliche Anstieg der Energiekosten gilt als ⁠politischer Schwachpunkt für Trumps Republikaner vor den Kongresswahlen ​im November. Die Pflicht zur ⁠Beimischung von Biokraftstoffen wurde vor rund zwei Jahrzehnten eingeführt, um die Abhängigkeit der USA ‌von importierten Kraftstoffen zu verringern und die heimische Landwirtschaft zu unterstützen. Trump hat fossile Brennstoffe und die Kernkraft in den Mittelpunkt seiner Energiepolitik ‌gerückt. Entsprechend seinem Wahlspruch «drill, baby, drill» forciert seine Regierung die ​Förderung von Öl und Erdgas, während sie zeitgleich gegen Solarenergie und Windkraft vorgeht.

(Reuters)