Autos müssten künftig zu 82 Prozent aus regionalen Bauteilen ‌bestehen, um ⁠unter dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen USMCA von Zollvorteilen zu profitieren, sagten vier mit ⁠der US-Verhandlungsposition vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Dabei müsse die Hälfte dieses Wertes in den ‌USA produziert werden. Bei den laufenden Gesprächen zwischen den ‌USA und Mexiko in Mexiko-Stadt ist ​zudem keine Anrechnung von Teilen aus Kanada vorgesehen. Kanada ist an den aktuellen Verhandlungen nicht beteiligt.

Die neuen Forderungen bedeuten eine erhebliche Abkehr vom aktuellen USMCA-Abkommen. Derzeit müssen in Nordamerika gebaute Fahrzeuge einen regionalen Wertschöpfungsanteil von 75 Prozent aufweisen. Zudem müssen ‌40 Prozent der Kernbauteile bei Pkw und 45 Prozent bei Pick-up-Trucks in Hochlohnländern hergestellt werden, was praktisch die USA oder Kanada betrifft.

Branchenvertretern zufolge will der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer ​die neuen Ursprungsregeln wohl zunächst mit Mexiko vereinbaren und ​Kanada anschliessend vor vollendete Tatsachen stellen. Greer liess ​offen, ob das USMCA-Abkommen dreiseitig bleibt oder in bilaterale Verträge aufgeteilt wird.

Das USMCA-Abkommen trat 2020 ‌in Kraft und ersetzte das Nafta-Abkommen von 1994. Es sichert eine zollfreie Handelszone mit einem jährlichen Handelsvolumen von knapp 1,6 Billionen Dollar. US-Präsident Donald Trump hatte im ​vergangenen Jahr jedoch ​Zölle von 25 Prozent auf ⁠Fahrzeuge und Komponenten aus Kanada und Mexiko sowie 50 ​Prozent auf Stahl, ⁠Aluminium und Kupfer eingeführt.

Greer erklärte, er wolle bestimmte Zölle auf mexikanische und kanadische ‌Waren aufrechterhalten, stellte jedoch Vorzugszölle in Aussicht. Derzeit werden Fahrzeuge aus Japan, Südkorea, Grossbritannien und der EU zu niedrigeren Zöllen in die USA ‌importiert als Autos aus den Nachbarstaaten.

(Reuters)