Der Weg für Kevin Warsh an die Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist frei. Der Senat ‌bestätigte ⁠den Juristen und Finanzexperten am Dienstag mit 51 zu ⁠45 Stimmen zunächst für eine 14-jährige Amtszeit als Fed-Gouverneur. Zugleich leitete ‌die Kongresskammer das Verfahren für seine Ernennung ‌zum neuen Notenbankchef ein. Darüber ​könnte am Mittwoch abschliessend abgestimmt werden. Warsh soll auf Jerome Powell folgen, dessen vierjährige Amtszeit als Fed-Vorsitzender am Freitag endet. Der designierte Notenbankchef hat einen Kurswechsel angekündigt: Er strebt ‌eine engere Abstimmung mit der Regierung von Präsident Donald Trump an und will die Bilanz der Notenbank verkleinern.

Der Führungswechsel ​fällt in eine Phase, in der die politische ​Unabhängigkeit der Notenbank auf die ​Probe gestellt wird. Trump fordert vehement Zinssenkungen und versucht auf beispiellose Weise, ‌Einfluss auf die Fed zu gewinnen. Dazu gehören der Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, sowie eine inzwischen eingestellte Untersuchung ​des Justizministeriums ​gegen Powell. Als ⁠Reaktion auf diese juristischen Angriffe plant Powell ​den ungewöhnlichen Schritt, auch ⁠nach dem Ende seines Vorsitzes als regulärer Gouverneur ‌im Führungsgremium der Fed zu verbleiben. Erschwert wird der geldpolitische Kurs derzeit durch die Folgen des Iran-Krieges: Gestiegene ‌Ölpreise treiben die Inflation an.

(Reuters)