Der Hype um Aktien, die mit der Technologie Künstlicher Intelligenz verbunden sind, ist zu weit gegangen, wird aber noch nicht abklingen. Dies sagen die Strategen der Bank of America unter der Leitung von Michael Hartnett. Die Begeisterung über das Potenzial der Technologie hat eine Rallye bei Unternehmen wie Nvidia  und Microsoft  ausgelöst und den S&P 500 in der ersten Jahreshälfte in die Höhe getrieben. 

Während die realen Zinssätze - nominale Zinssätze abzüglich der Inflationsrate - zu niedrig sind, um die KI-”Babyblase” platzen zu lassen, werden die strengeren finanziellen Bedingungen im August eine Herausforderung für Risikoanlagen darstellen, schrieb Hartnett in einer Notiz. Die globalen Märkte - von Staatsanleihen bis hin zu Öl, Bitcoin und Aktien - haben sich in den 2020er Jahren in eine "Welt der Übertreibungen" verwandelt, so Hartnett, der diese Schwankungen bei den Vermögenspreisen als "das neue Normal" bezeichnete. KI ist "einfach die neue Übertreibung", sagte er. 

Nach den rasanten Zuwächsen bei den KI-Aktien liegt der Schwerpunkt jetzt auf den Auswirkungen der Technologie auf die Unternehmensgewinne, wobei die Gewinnsaison ein gemischtes Bild zeichnet. Analysten sagten, dass die Ergebnisse von Microsoft die hochfliegenden Hoffnungen auf einen sofortigen Aufschwung durch KI nicht erfüllen konnten. Meta Platforms hingegen verzeichnete einen Höhenflug, nachdem das Unternehmen mithilfe von KI die Effizienz der Werbung verbessern konnte. Nvidia, der Top-Favorit der Wall Street für den KI-Boom, berichtet später im August.

KI-Aktien schlagen den S&P 500 deutlich.

KI-Aktien schlagen den S&P 500 deutlich.

Quelle: Bloomberg

Hartnett war im Jahr 2022 zu Recht pessimistisch, aber seine negative Sicht auf US-Aktien im Jahr 2023 hat sich noch nicht bewahrheitet. In seiner Freitagsnotiz nannte sein Team Schwellenländer und Rohstoffe als Anlagen, auf die man für den Rest dieses Sommers setzen sollte. Sie prognostizieren bei Technologie und Kredite "herbstliche Abwärtstendenzen".

(Bloomberg/cash)