Trotz des Ölpreisschocks hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im Juni überraschend deutlich verbessert. Das Barometer für die Konsumlaune stieg auf 48,9 Zähler von 44,8 Punkten im Mai, wie die Universität Michigan am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur 46,0 Punkte erwartet. Der Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges hat die Verbraucherpreise in den USA nach oben katapultiert, was auch viele Autofahrer an den Zapfsäulen ablesen konnten.
Anfang Juni gab es hier leichte Entspannung. «Die Konsumenten empfanden eine gewisse Entlastung durch den Rückgang der Benzinpreise zu Monatsbeginn», erläuterte Joanne Hsu, die für die Verbraucherumfragen zuständig ist. «Insgesamt verbesserten sich in diesem Monat sowohl die Einschätzungen als auch die Erwartungen hinsichtlich der persönlichen Finanzlage und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.» Dennoch bleibe die Einschätzung der Wirtschaftslage eher pessimistisch.
Die US-Notenbank Fed, die stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern soll, beliess den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Auch unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh dürften die Währungshüter nach Einschätzung der Finanzmärkte bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Geldpolitik vorerst unverändert lassen.
Die in der Umfrage der Universität Michigan ermittelte Inflationserwartung der Verbraucher mit Blick auf die nächsten zwölf Monate dürfte den Währungshütern einiges Kopfzerbrechen bereiten. Sie sank leicht auf 4,6 (Mai: 4,8) Prozent im Juni, bleibt damit aber vergleichsweise hoch. Im Februar - also kurz vor Beginn des Iran-Kriegs - waren es nur 3,4 Prozent. Im Mai waren die Verbraucherpreise um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen und damit so stark wie zuletzt im April 2023.
(Reuters)

