Angesichts des Ölpreisschocks hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im Mai eingetrübt. Das Barometer für die Konsumlaune ‌sank ⁠auf 48,2 Zähler von 49,8 Punkten im April, wie die Universität ⁠Michigan am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten 49,5 Punkte erwartet. Der ‌Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges hat die Verbraucherpreise in ‌den USA nach oben katapultiert, ​was auch viele Autofahrer an den Zapfsäulen ablesen konnten.

Die Verbraucher blicken deshalb besorgt auf ihre persönlichen Finanzen und ihre Kaufkraft. «Etwa ein Drittel der Verbraucher nannte spontan die Benzinpreise und etwa 30 Prozent erwähnten ‌Zölle», hiess es zur Begründung für die eingetrübte Konsumlaune. «Zusammengenommen fühlen sich die Verbraucher weiterhin von Kostendruck gebeutelt, angeführt von den stark steigenden Preisen ​an der Zapfsäule.» Die aktuellen Entwicklungen im Nahen ​Osten dürften die Stimmung kaum nennenswert aufhellen, ​solange die Lieferkettenstörungen nicht vollständig behoben seien und die Energiepreise nicht fallen.

Die US-Notenbank, ‌die stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern soll, beliess den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Der scheidende ​Fed-Chef Jerome ​Powell hat eine weiter ⁠abwartende Haltung in der Geldpolitik signalisiert. Die ​in der Umfrage der ⁠Universität Michigan ermittelte Inflationserwartung der Verbraucher mit Blick auf die nächsten ‌zwölf Monate dürfte den Währungshütern einiges Kopfzerbrechen bereiten: Sie lag im Mai bei 4,5 Prozent. Der aktuelle Wert verharrt ‌damit deutlich über den 3,4 Prozent im Februar, ​kurz vor Beginn des Iran-Krieges.

(Reuters)