Der US-Vermögensverwalter Nuveen übernimmt den britischen Rivalen Schroders und beendet damit eine Ära für das 222 ‌Jahre ⁠alte Traditionshaus. Die Aktionäre sollen insgesamt 590 Pence je Aktie ⁠erhalten, plus Dividenden von bis zu 22 Pence je Aktie, wie Schroders ‌am Donnerstag mitteilte.

Dies ergibt eine Gesamtsumme ‌von 9,9 Milliarden Pfund und entspricht einem Aufschlag von 34 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Die Gründerfamilie, die über verschiedene Stiftungen 41 Prozent der Schroders-Anteile kontrolliert, habe ihre Zustimmung zu dem Geschäft bereits ‌signalisiert. An der Londoner Börse sprangen die Schroders-Aktien um 30 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Jahren.

Schroders befürwortet die Übernahme: ​Dies sei der richtige Schritt für die Aktionäre, ​Kunden und Beschäftigten, erklärte Verwaltungsratschefin Elizabeth ​Corley. Durch die Transaktion entsteht ein Finanzriese mit einem verwalteten Vermögen von ‌fast 2,5 Billionen Dollar.

Nuveen will mit dem Zukauf seine Präsenz in Amerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum ausbauen. Schroders-Chef Richard Oldfield ​soll ​das Unternehmen auch nach dem Abschluss ⁠der Transaktion leiten. London werde ​als Hauptsitz für die Geschäfte ⁠der Gruppe ausserhalb der USA fungieren.

Parallel zur Übernahmeankündigung ‌legte der britische Konzern seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vor. Der bereinigte Betriebsgewinn kletterte im Vergleich zum ‌Vorjahr um 25 Prozent auf 756,6 Millionen Pfund.

(Reuters)