Hegseth lobte die asiatischen Verbündeten für die Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben und die enge Abstimmung mit Washington angesichts der Spannungen mit China. Wenn die Interessen übereinstimmten, arbeite man entschlossen zusammen, sagte Hegseth beim Shangri-La-Dialog. Wenn sie auseinandergingen, passe man sich pragmatisch und ohne Aufhebens oder moralisierende Untertöne an. Westeuropa könne sich daran ein Beispiel nehmen, erklärte er weiter. Europa und die Nato müssten wichtige Entscheidungen treffen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wirft den europäischen Regierungen vor, zu wenig in ihr Militär zu investieren und sich zu sehr auf den Schutz durch die USA zu verlassen. Die Regierung in Washington fordert sowohl von den europäischen als auch von den asiatischen Verbündeten, die Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Das entspricht auch der Beschlusslage innerhalb der Nato. Die USA hatten im Mai Pläne angekündigt, 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zudem hat Trump wiederholt mit einem Austritt der USA aus der Nato gedroht.
US-Abgeordnete um Beruhigung bemüht
Vertreter Westeuropas betonten auf der Konferenz jedoch die Widerstandsfähigkeit des Bündnisses. Der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Nils Hilmer, erklärte, Berlin treibe die Militärinvestitionen unabhängig von künftigen US-Truppenstationierungen voran. Es stehe fest, dass es in diesem Bereich Verschiebungen geben werde, sagte Hilmer. Deshalb sei man dabei, die eigene Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen.
Der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, spielte den geplanten US-Truppenabzug herunter. In einem reifen Bündnis müsse ein Partner einspringen können, wenn der Hauptakteur Kräfte an einen anderen Ort verlagere, sagte er. Der Zusammenhalt der Allianz sei davon nicht betroffen.
Die europäischen Minister betonten zudem die Verflechtung der globalen Sicherheitsinteressen. Die Glaubwürdigkeit in Asien hänge von der Wehrhaftigkeit in Europa und der Verteidigung der Ukraine gegen die russische Aggression ab, sagte die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin. Der norwegische Verteidigungsminister Tore Sandvik verwies auf den Einsatz nordkoreanischer Truppen in der Ukraine und erklärte, der euro-atlantische und der indopazifische Raum seien untrennbar geworden. Die USA würden künftig in noch mehr Regionen gefordert sein, sagte er.
Mehrere US-Abgeordnete und Senatoren versuchten in Singapur trotz der Kritik aus dem Pentagon, die Verbündeten zu beruhigen. Die Unterstützung für die Partner im Kongress sei über die Parteigrenzen hinweg stabil, hiess es seitens der US-Delegation.
(Reuters)

