Der Sektor habe ‌hierfür ⁠bislang insgesamt 189 Millionen Dollar ausgegeben, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der ⁠Verbraucherorganisation Public Citizen. Dies sei ein Drittel aller Zahlungen von Unternehmen und deutlich mehr als in vorangegangenen ‌Wahlzyklen.

Weitere 294 Millionen Dollar hätten grosse Technologie-Konzerne, KI-Entwickler und ‌Anbieter von Online-Glücksspielen gespendet. Zu den ​grössten Geldgebern zählten der Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz, die Kryptobörse Coinbase und Ripple Labs, der Finanzdienstleister hinter der Kryptowährung Ripple.

Bei den sogenannten «Midterms» im November stellen sich sämtliche Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses sowie etwa ein Drittel der Senatoren zur Wiederwahl. «Unternehmensgelder spielen bei unseren Wahlen eine ‌grössere Rolle als je zuvor», sagte Rick Claypool, Forschungsleiter bei Public Citizen und Autor der Studie. «Dieser Trend verstärkt sich.»

Bei den US-Wahlen 2024 summierten sich die Spenden ​der Kryptobranche auf 170 Millionen Dollar. Zahlreiche der mit diesen Geldern ​unterstützten Kandidaten gewannen ihre Wahlkreise. Seither verabschiedete der ​US-Kongress mehrere Gesetze, die Kryptowährungsgeschäfte auf eine solidere rechtliche Basis stellen und die Akzeptanz dieser Anlageklasse erhöhen.

Public ‌Citizen prüfte für die Studie Zahlungen an diverse sogenannte Political Action Committees (PACs). Diese bündeln Spenden, um die Wahlkämpfe einzelner Kandidaten oder politische Kampagnen zu finanzieren. Das PAC «Fairshake», ​das kryptofreundliche ​Kandidaten unterstützt, hat der Studie zufolge bislang ⁠82 Millionen Dollar an Spenden erhalten. Die ​Branche dringt auf die Verabschiedung ⁠weiterer Gesetze wie des «Clarity Act».

Zahlreiche demokratische Abgeordnete kritisieren jedoch, dass dieses Regelwerk keine ‌ausreichenden Sicherheitsmechanismen gegen persönliche Bereicherung durch Politiker enthält. Derzeit steckt der «Clarity Act» im Senat fest. Es ist unklar, ob in den kommenden Monaten ‌eine Entscheidung fällt. Experten gehen davon aus, dass die Demokraten ​bei den Wahlen im November in beiden Kammern des US-Kongresses zahlreiche Sitze hinzugewinnen werden.

(Reuters)