Die US-Wirtschaft hat Anfang des Jahres deutlich zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent, wie das ‌US-Handelsministerium am Donnerstag ⁠in einer ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ⁠sogar mit 2,3 Prozent Wachstum gerechnet. Im Schlussquartal 2025 hatte es nur ein Plus von 0,5 Prozent ‌gegeben, auch wegen des Haushaltsstreits. Die Regierungsgeschäfte hatten im ‌Herbst für 43 Tage weitgehend geruht. Zum ​Jahresstart sorgte nun vor allem eine Erholung der Staatsausgaben für Schwung.

Der Iran-Krieg dürfte allerdings Bremsspuren beim Wachstum hinterlassen. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie dessen Gegenschläge drosseln seit Ende Februar die Konjunktur weltweit. Dies verknappt die ‌Energieversorgung und lässt Verbraucherpreise insgesamt schneller steigen. «Im aktuellen Quartal dürften die hohen Benzinpreise den privaten Verbrauch belasten und das Wachstum dämpfen», sagte Commerzbank-Experte Christoph Balz.

Ökonomen: US-Notenbank dürfte bei Zinsen vorerst abwarten

«Der Konsum legte um 1,6 Prozent zu und ​damit etwas dynamischer als erwartet», erklärte Helaba-Analyst Ralf ​Umlauf mit Blick auf den Jahresstart. Zudem zeige der Arbeitsmarkt keine Schwächesignale. «Im Hinblick auf die US-Geldpolitik dürften die ‌Erwartungen sinkender Zinsen in diesem Jahr keinen Rückenwind bekommen.»

Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank sprach von einem soliden Wachstum. Für Schwung hätten neben dem privaten Konsum die ​anhaltend ​hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz gesorgt. «Das Wachstum ⁠für das erste Quartal ist eine Art ​von Blaupause für das Gesamtjahr ⁠2026.» Die Investitionen in KI würden vorerst erfreuliche Impulse liefern. Allerdings gebe es Zweifel, ‌ob die Ausgaben der Privathaushalte in den kommenden Quartalen robust blieben. «Die hohen Energiepreise werden auch den privaten Konsum dämpfen.» Für den designierten ‌neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, werde damit keine Notwendigkeit ​bestehen, für rasche Zinssenkungen zu plädieren - «zumal die Teuerungsraten vorerst auf hohem Niveau bleiben werden».

(Reuters)