Der lange Haushaltsstreit in den USA hat das Wirtschaftswachstum vor der Jahreswende stärker gebremst als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet nur um 0,7 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Eine frühere Schätzung im Februar hatte noch ein Plus von 1,4 Prozent ergeben. Im vorangegangenen dritten Quartal hatte es noch zu einem Wachstum von 4,4 Prozent gereicht.
Da im Herbst wegen des Haushaltsstreits die Regierungsgeschäfte für 43 Tage weitgehend ruhten, wurde die Konjunktur gehemmt. Dieser sogenannte Shutdown dürfte laut der US-Notenbank Fed schätzungsweise einen Prozentpunkt Wachstum gekostet haben. Das Handelsministerium nannte sinkende Staatsausgaben als ein Grund für das geringere Wachstum Ende 2025. Aber auch Exporte und Konsum hätten sich schlechter entwickelt. Das sei nur teilweise durch eine Beschleunigung der Investitionen ausgeglichen worden.
Die weltgrösste Volkswirtschaft wuchs 2025 insgesamt um 2,2 Prozent. 2024 - dem Jahr vor dem Präsidentenwechsel von Joe Biden auf Trump - hatte es noch zu einem Plus von 2,8 Prozent gereicht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhte im Januar seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für 2026 von 2,1 auf 2,4 Prozent.

