Die US-Industrie hat vor Ausbruch des Nahost-Krieges einen kräftigen Auftragsschwund hinnehmen müssen. Die Bestellungen für ‌langlebige ⁠Güter - von Haushaltsgeräten bis hin zu Flugzeugen - gingen im ⁠Februar zum Vormonat um 1,4 Prozent zurück, wie das Handelsministerium am Dienstag mitteilte. ‌

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte ‌hatten nur ein Minus von ​1,0 Prozent auf dem Schirm. Bereits im Januar hatte es nach revidierten Daten einen Rückgang der Bestellungen gegeben - und zwar um 0,5 Prozent. Zunächst war von einer Stagnation ‌die Rede gewesen. Die frischen Daten machen auf die sich wieder eintrübende Situation der US-Industrie schon vor Beginn des Ende ​Februar ausgebrochenen Iran-Krieges aufmerksam, wie Ökonom Ralf Umlauf von ​der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) anmerkt. «Da es sich ​um Zahlen aus der Phase vor dem Krieg handelt, wird ‌der Einfluss auf die Zinserwartungen bezüglich der Fed und auf das Marktgeschehen wohl begrenzt sein», fügte er hinzu.

Die US-Notenbank Federal ​Reserve ​entscheidet Ende des Monats ⁠wieder über den Leitzins. Sie hatte ​ihn Mitte März ⁠und damit wenige Wochen nach Ausbruch der Kampfhandlungen im Nahen ‌Osten konstant gehalten. US-Zentralbankchef Jerome Powell signalisierte unlängst eine weiter abwartende Haltung.

Die längerfristigen Inflationserwartungen seien trotz ‌des aktuellen Energieschocks offenbar stabil. Die Zentralbank sei ​daher mit Blick auf die Zinspolitik nicht unter Zugzwang. 

(AWP/Reuters)