Die US-Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag eigenen Angaben zufolge im Süden des Irans neue Angriffe auf militärische Ziele geflogen. Das US-Zentralkommando teilte mit, die Angriffe hätten sich gegen Boote, die Minen verlegen wollten, sowie gegen Raketenabschussrampen gerichtet. Es handele sich um defensive Massnahmen. Parallel dazu gingen die Verhandlungen im Golfemirat Katar über eine Beendigung des seit drei Monaten andauernden Krieges weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche verliefen gut, warnte jedoch vor weiteren Angriffen, sollten sie scheitern. Es werde nur einen grossartigen Deal für alle geben oder gar keinen, schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social.
US-Aussenminister Marco Rubio sagte am Dienstagmorgen, die Abstimmung über die genauen Formulierungen eines ersten Abkommens könne noch einige Tage dauern. Rubio betonte mit Blick auf die Militärschläge, die strategisch wichtige Strasse von Hormus müsse «so oder so» offen bleiben. Zuvor hatten iranische Medien über mehrere Explosionen in der südlichen Küstenstadt Bandar Abbas sowie nahe der Meerenge berichtet. Die Lage sei jedoch unter Kontrolle, meldete die Nachrichtenagentur Mehr. Der Iran verkündete zudem den Abschuss einer feindlichen Tarnkappendrohne.
Bei den Gesprächen in der katarischen Hauptstadt Doha geht es Insidern zufolge neben der Schifffahrtsroute auch um das iranische Atomprogramm sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar passieren nur noch wenige Dutzend Schiffe täglich die Strasse von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Einem japanischen Medienbericht zufolge diskutieren die USA und der Iran über einen Plan, wonach Teheran die Meerenge nach einem Friedensabkommen innerhalb von 30 Tagen von Minen räumen soll. Nachdem die Aussicht auf eine Einigung die Ölpreise am Montag noch um mehr als vier Prozent gedrückt hatte, zogen sie am Dienstag wieder an.
(Reuters)

