Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat sich bei einem Nato-Treffen in Brüssel zufrieden mit den Bemühungen der Europäer um eine fairere Lastenteilung in Verteidigungsfragen gezeigt. 2025 habe man eine Neujustierung gesehen und die Europäer hätten sich verpflichtet, sich federführend um die konventionelle Verteidigung zu kümmern, erklärte US-Staatssekretär Elbridge Colby im Hauptquartier des Militärbündnisses.
Seiner Meinung nach habe man nun «eine sehr starke Grundlage, um partnerschaftlich zusammenzuarbeiten - mit einer Nato 3.0, die auf Partnerschaft statt Abhängigkeit beruht». Es gehe um eine Rückkehr zu dem, wofür die Nato ursprünglich gedacht gewesen sei. Dies seien Verteidigung und Abschreckung, sagte Colby, der in Vertretung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nach Brüssel gereist war.
Rutte lobt Deutschland
Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte zeigte sich bei dem Treffen zufrieden. Er verwies dabei konkret auf die von der deutschen Bundesregierung geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Diese sollen bis 2029 auf knapp 153 Milliarden Euro steigen und würden dann fast dreimal so hoch liegen wie noch 2021. Angesichts der Tatsache, dass sich die USA künftig stärker um die Lage im Pazifik kümmern müssten, sei es entscheidend, dass Europa und Kanada mehr Verantwortung übernähmen, betonte Rutte.
In der Nato nähren die Entwicklungen die Hoffnung, dass der Streit über die Lastenteilung im Bündnis Geschichte sein könnte. Trump hatte in diesem zeitweise sogar mit einem Nato-Austritt gedroht. Da die Abschreckung der Nato massgeblich auf den militärischen Fähigkeiten der USA basiert, würde dies ihre Existenz bedrohen.
(AWP)

