Das US-Finanzministerium warf dem Unternehmen am Dienstag vor, ⁠der Regierung in Teheran sowie sanktionierten staatlichen Institutionen bei der Umgehung westlicher ‌Strafmassnahmen geholfen zu haben. Neben ‌der Börse selbst wurden die ​beiden Gründer - zwei Brüder aus der einflussreichen Charrasi-Familie - sowie Firmenchef Amir Hossein Rad auf die Sanktionsliste gesetzt. Während sich die iranische Wirtschaft im freien Fall befinde, nutze ‌das Regime digitale Vermögenswerte für seine eigenen korrupten Zwecke, erklärte US-Finanzminister Scott Bessent. Dazu gehöre die Umgehung von Sanktionen und ​der Transfer von Vermögen ins Ausland.

Die ​Massnahmen folgen auf eine im ​Mai veröffentlichte Recherche der Nachrichtenagentur Reuters. Diese hatte aufgedeckt, dass Nobitex ‌zu einem wichtigen Knotenpunkt in einem parallelen Finanzsystem geworden war. Über die Plattform seien Hunderte Millionen Dollar für die ​iranische ​Zentralbank und die Islamischen Revolutionsgarden ⁠abgewickelt worden, selbst während staatlich verordneter ​Internetabschaltungen. Das US-Finanzministerium erklärte ⁠nun, Nobitex habe dazu beigetragen, Vermögenswerte des Regimes zu ‌schützen und ausser Landes zu schaffen. Nobitex hatte im April gegenüber Reuters direkte Verbindungen zur ‌Regierung zurückgewiesen. Das Unternehmen bestritt, dem Staat ​wissentlich geholfen zu haben. (Bericht von Gavin Finch Bearbeitet von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an ‌unsere Redaktion ​unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)