Die USA haben ihre Sanktionen gegen den mehrheitlich russisch kontrollierten serbischen Ölkonzern NIS vorübergehend ausgesetzt. Damit könne die wegen der Strafmassnahmen stillgelegte einzige Ölraffinierie des Landes ihren Betrieb wieder aufnehmen, erklärte Serbiens Energieministerin Dubravka Djedovic am Mittwoch im Onlinedienst Instagram.
«Wir haben das scheinbar Unmögliche geschafft. Wir werden unsere eigene Energiesicherheit schützen, so wie wir es bisher getan haben», fügte sie hinzu. Die vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gelte bis zum 23. Januar, teilte Djedovic weiter mit.
Die serbische Regierung habe hart an der Einigung mit den USA gearbeitet, erklärte Präsident Aleksandar Vucic in Onlinemedien. Zu den Inhalten der Übereinkunft äusserte er sich nicht.
Serbischen Medien zufolge war der russland-freundliche ungarische Ministerpräsident Viktor Orban an den Gesprächen zwischen Vucic und dem US-Aussenministerium beteiligt. Die ungarische Firma MOL verhandelt demnach über den Kauf der russischen Anteile an NIS.
NIS wird mehrheitlich von russischen Konzernen kontrolliert und ist deswegen von den wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine erhobenen Sanktionen betroffen. Die US-Strafmassnahmen gegen NIS waren Anfang Oktober nach monatelangen Verzögerungen in Kraft getreten. Washington verlangte den vollständigen Rückzug der russischen Teilhaber. Da die Öl-Raffinerie die einzige in Serbien ist, wurde eine Energiekrise befürchtet.
Trotz massiven Drucks von europäischer Seite unterhält Belgrad weiterhin gute Beziehungen zu Russland und lehnt Sanktionen gegen das Land ab. Serbien ist stark von russischem Gas abhängig. In der vergangenen Woche wurde ein Vertrag über den Import von russischem Gas um drei Monate verlängert. Verhandlungen über ein langfristigeres Abkommen zwischen Belgrad und Moskau blieben bislang erfolglos.
(AWP)
