Trotz der von Präsident Donald Trump durchgesetzten hohen Zölle sind die USA im vergangenen Jahr der wichtigste Abnehmer deutscher Exportwaren geblieben, haben ihre Stellung als Handelspartner Nummer eins aber an China verloren. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten brachen um 9,4 Prozent auf 146,2 Milliarden Euro ein, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Seit August 2025 gelten für die meisten deutschen Waren US-Zölle von 15 Prozent - ein Vielfaches des früheren Satzes. Auf den Rängen zwei und drei der wichtigsten Empfängerländer deutscher Exporte folgten erneut Frankreich mit 117,4 Milliarden Euro (+2,0 Prozent) und die Niederlande mit 112,5 Milliarden Euro (+2,9 Prozent).
Neuer Handelspartner Nummer eins ist China. Der Aussenhandelsumsatz mit der Volksrepublik - die Summe von Exporten und Importen - wuchs um 2,1 Prozent auf 251,8 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen mit den USA schrumpfte dagegen um 5,0 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands Handelspartner Nummer eins, wurde aber 2024 durch die Vereinigten Staaten vom ersten Platz verdrängt. Drittgrösster Handelspartner sind die Niederlande mit Exporten und Importen im Gesamtwert von 209,1 Milliarden Euro (+3,3 Prozent).
Bereits seit 2015 ist China das wichtigste Lieferland deutscher Importe. Auch im vergangenen Jahr kamen mit Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro wieder die meisten Einfuhren aus der Volksrepublik. Das waren 8,8 Prozent mehr als 2024. Den höchsten Anteil an den aus China importierten Waren hatten Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 50,9 Milliarden Euro (+4,9 Prozent), gefolgt von elektrischen Ausrüstungen (32,8 Milliarden Euro; +14,8 Prozent) und Maschinen (13,9 Milliarden Euro; +11,6 Prozent).
Demgegenüber standen Exporte nach China im Wert von 81,3 Milliarden Euro - das waren 9,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. China stellt inzwischen viele Produkte selbst her, die früher aus Deutschland eingeführt wurden - etwa Autos. In der Rangfolge der wichtigsten Abnehmer deutscher Exporte lag China im Jahr 2025 auf Rang sechs. Durch die steigenden Importe in Verbindung mit den sinkenden Exporten nahm der Importüberschuss im Handel mit China im Jahr 2025 um 22,4 Milliarden Euro auf 89,3 Milliarden Euro zu.
Auf Rang zwei der wichtigsten Lieferländer deutscher Importe lagen wie in den Vorjahren die Niederlande (96,7 Milliarden Euro; +3,9 Prozent), gefolgt von den USA (94,3 Milliarden Euro; +2,7 Prozent).
(Reuters)

