Die USA und die Europäische Union (EU) wollen bei der Sicherung kritischer Mineralien künftig enger zusammenarbeiten. US-Aussenminister Marco Rubio und der zuständige EU-Kommissar Maros Sefcovic unterzeichneten am Freitag eine ‌entsprechende ⁠Absichtserklärung. Zudem wurde ein separater Aktionsplan für den Handel mit den Rohstoffen vorgestellt. Die westlichen Verbündeten ⁠wollen damit die Abhängigkeit von China bei Materialien verringern, die für die Herstellung von Halbleitern, Elektroautos und modernen Waffen unerlässlich ‌sind.

Eine zu starke Konzentration dieser Ressourcen berge ein inakzeptables Risiko, sagte ‌Rubio. «Wir brauchen Vielfalt in unseren Lieferketten.» Zwar nannte ​er China nicht namentlich, doch nutzt die Volksrepublik ihre Vormachtstellung bei der Verarbeitung vieler Mineralien immer wieder als geopolitisches Druckmittel – etwa durch Exportbeschränkungen oder Preisdumping, das anderen Ländern den Aufbau eigener Lieferketten erschwert.

Sefcovic erklärte, die Vereinbarungen würden die transatlantischen Beziehungen stärken. Nun komme es auf die Umsetzung an, um ‌greifbare Projekte für die Wirtschaft zu schaffen. Der EU-Kommissar äusserte die Hoffnung, dass noch vor Jahresende erste Pilotprojekte zur Erprobung von Preisuntergrenzen anlaufen könnten.

Der separate Aktionsplan, den Sefcovic mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer erörterte, ​zielt auf die Abwehr nicht marktgerechter Praktiken ab, die die Lieferketten verzerren und ​anfällig für wirtschaftliche Erpressung machen. Washington und Brüssel wollen ​prüfen, wie handelspolitische Massnahmen die heimische Industrie stärken können.

Im Gespräch sind unter anderem grenzangepasste Preisuntergrenzen, Subventionen, Abnahmeverträge sowie gemeinsame Standards ‌für den Abbau und das Recycling. Auch eine Zusammenarbeit bei der Lagerhaltung wird geprüft. Langfristig wird eine breitere Initiative mit weiteren gleichgesinnten Partnern angestrebt. Die USA hatten bereits im Februar unter US-Vizepräsident JD Vance Pläne ​für ​einen solchen Handelsblock vorgestellt und inzwischen ähnliche Aktionspläne ⁠mit Japan und Mexiko vereinbart.

EU und USA wollen demnach ​auch im Streit um ⁠Stahlzölle enger zusammenarbeiten und sich gemeinsam gegen subventionierte Importe aus Drittstaaten wie China abschirmen. Er und US-Handelsminister ‌Howard Lutnick hätten sich darauf geeinigt, die Gespräche über Stahlderivate auf technischer Ebene zu beschleunigen, sagte Sefcovic.

Beide Seiten stünden vor dem gleichen Problem massiver weltweiter Überkapazitäten. Der ‌Handel zwischen der EU und den USA sei eher gering und ​konzentriere sich stark auf Spezialstahl, den beide Seiten benötigten. Sefcovic schlug Lutnick den Angaben zufolge vor, die Stahlsektoren beider Wirtschaftsräume abzusichern und untereinander zu günstigen Bedingungen zu handeln. Dies solle als Schutzmechanismus gegen subventionierten Stahl dienen.

(Reuters)