Beide Staaten erwägen einen von Pakistan vermittelten Plan für eine Waffenruhe. Die Regierung ⁠in Teheran widersetzte sich am Montag jedoch dem Druck, die Strasse von Hormus vor Ablauf der Frist wieder zu öffnen. Trump hatte dem Iran mit massiven militärischen Angriffen gedroht, sollte die ‌Meerenge bis Dienstag um 20.00 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 02.00 Uhr MESZ) nicht passierbar sein. Trump will sich ‌um 13.00 Uhr Ortszeit (19.00 MESZ) auf einer Pressekonferenz äussern.

Einem Vertreter des Weissen ​Hauses zufolge handelt es sich bei dem Plan nur um eine von vielen Ideen, dem der Präsident noch nicht zugestimmt habe. Der US-Militäreinsatz werde fortgesetzt. Der von Pakistan vermittelte Entwurf sieht Insidern zufolge eine sofortige Waffenruhe vor, gefolgt von Verhandlungen über ein umfassendes Friedensabkommen innerhalb von 15 bis 20 Tagen. Pakistans Armeechef Asim Munir habe die ganze Nacht über mit US-Vizepräsident JD Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Aussenminister Abbas Aragtschi ‌in Kontakt gestanden, hiess es weiter.

Die Aussicht auf eine mögliche Waffenruhe sorgte an den Finanzmärkten für leichte Entspannung: Der Preis für ein Barrel Erdöl der Nordseesorte Brent fiel um 36 Cent auf 108,67 Dollar.

Der Iran hatte im Februar nach amerikanischen und israelischen Angriffen die Strasse von Hormus blockiert. Durch die Wasserstrasse ​wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgasversorgung abgewickelt. Die Sperre der Meerenge hat zu weltweit steigenden ​Energiepreisen geführt und ist ein starkes Druckmittel Teherans.

Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter sagte Reuters, sein Land ​werde die Meerenge nicht im Rahmen einer vorübergehenden Waffenruhe wieder öffnen und akzeptiere weder Fristen noch Druck. Washington sei seinerseits nicht zu einem dauerhaften Waffenstillstand bereit. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, ‌Esmail Baghaei, erklärte, Verhandlungen seien unvereinbar mit Ultimaten und der Androhung von Kriegsverbrechen. Trump hatte wiederholt gewarnt, die Angriffe auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke auszuweiten.

Iran soll auf Atombomben verzichten

Ein endgültiges Abkommen wird einem Insider zufolge voraussichtlich die Verpflichtung des Iran beinhalten, keine Atombomben anzustreben. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert und eingefrorene Vermögenswerte ​freigegeben werden. ​Iranische Regierungsvertreter hatten Reuters in der Vergangenheit gesagt, dass die Führung in Teheran ⁠einen dauerhaften Waffenstillstand anstrebe. Dieser müsse Garantien enthalten, dass das Land nicht erneut von den ​USA und Israel angegriffen werde.

Ungeachtet ⁠der diplomatischen Bemühungen setzten sich die gegenseitigen Angriffe am Montag fort. Israel meldete die Tötung des Geheimdienstchefs der iranischen Revolutionsgarden, Madschid Chademi. Zudem erklärte das ‌israelische Militär, den petrochemischen Komplex Südfars in Asaluyeh angegriffen zu haben. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz drohte, die Infrastruktur des Irans zu zerstören und dessen Führungskräfte «einen nach dem anderen» zu jagen. Die persische Nachrichtenagentur Fars berichtete, ein amerikanisch-israelischer Angriff habe das Rechenzentrum der Scharif-Universität für ‌Technologie in Teheran getroffen.

Der Iran stellte am Wochenende seinerseits seine anhaltende militärische Schlagkraft unter Beweis. Angriffe auf petrochemische ​Anlagen und ein Schiff mit israelischen Verbindungen in Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigten, dass das Land trotz Trumps Behauptungen, die iranischen Raketen- und Drohnenkapazitäten ausgeschaltet zu haben, weiterhin handlungsfähig ist. In Israel starben nach einem Raketenangriff auf ein Wohnhaus in Haifa in der Nacht zum Montag vier Zivilisten.

(Reuters)