Ein Insider aus Pakistan, der ‌in dem ⁠Konflikt vermittelt, bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des US-Nachrichtenportals Axios über ein geplantes, eine Seite umfassendes Memorandum. «Wir werden das sehr bald abschliessen. Wir sind nah dran», sagte die mit ⁠den Verhandlungen vertraute Person. Pakistan hatte im vergangenen Monat die bislang einzigen Friedensgespräche ausgerichtet und übermittelt weiterhin Vorschläge zwischen den Parteien. Die Aussicht auf ein Ende des Kriegs, der die Energieversorgung beeinträchtigt hat, liess die Ölpreise weltweit einbrechen ‌und beflügelte die Aktienmärkte.

Dem Axios-Bericht zufolge, der sich auf US-Regierungsvertreter und weitere Insider stützt, verhandeln die US-Gesandten Steve Witkoff und ‌Jared Kushner sowohl direkt als auch über Vermittler mit mehreren iranischen Vertretern über eine 14-Punkte-Absichtserklärung. ​Das Memorandum sieht demnach ein Ende des Krieges sowie den Beginn einer 30-tägigen Verhandlungsphase für ein detailliertes Abkommen vor. Das endgültige Abkommen solle die Öffnung der Strasse von Hormus, eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms und die Aufhebung der US-Sanktionen regeln. Der Iran solle sich zu einem Moratorium bei der Urananreicherung verpflichten, während die USA Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern freigeben würden.

Während der 30 Tage sollen die iranischen Einschränkungen für die Schifffahrt und die Seeblockade der USA schrittweise aufgehoben werden. Sollten die Gespräche scheitern, könnten die US-Streitkräfte die Blockade oder militärische Massnahmen wieder aufnehmen. ‌Die USA erwarten dem Bericht zufolge in den nächsten 48 Stunden eine iranische Antwort zu mehreren Schlüsselpunkten.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social: «Unter der Voraussetzung, dass der Iran sich an das Vereinbarte hält - was vielleicht eine gewagte Annahme ist -, wird die bereits legendäre Operation 'Epic Fury' beendet sein.» Dann werde die Strasse von Hormus wieder für alle geöffnet, den ​Iran eingeschlossen. Gleichzeitig drohte Trump für den Fall eines Scheiterns mit einer massiven militärischen Eskalation. «Sollten sie nicht zustimmen, beginnen die Bombardierungen, und zwar ​bedauerlicherweise mit einer viel höheren Intensität als zuvor.»

Iran fordert «faires und umfassendes Abkommen»

Das Präsidialamt in Washington, das US-Aussenministerium ​und iranische Regierungsvertreter reagierten zunächst nicht auf Bitten der Nachrichtenagentur Reuters um Stellungnahme. Der US-Sender CNBC zitierte jedoch einen Sprecher des iranischen Aussenministeriums mit den Worten, Teheran prüfe einen 14-Punkte-Vorschlag der USA.

Zuvor hatte Trump einen erst drei Tage ‌alten Marineeinsatz zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus ausgesetzt und dies mit «grossen Fortschritten» bei den Verhandlungen begründet. «Wir sind übereingekommen, dass die Blockade zwar in vollem Umfang in Kraft bleibt, das Projekt Freedom (die Bewegung von Schiffen durch die Strasse von Hormus) jedoch für eine kurze Zeitspanne ausgesetzt wird, um zu sehen, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann», schrieb Trump in den sozialen ​Medien.

(Reuters)