Das Aussenministerium in Washington teilte am Montag mit, die Massnahme richte sich gegen Personen, die gegen ihre Visabestimmungen verstossen, Straftaten begangen oder die nationale Sicherheit gefährdet hätten. Die häufigsten Gründe waren nach Angaben der Behörde Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer, Diebstahl und Drogendelikte.
Zu den weiteren angeführten Straftaten zählten unter anderem Vergewaltigung, Entführung und der Besitz von Missbrauchsdarstellungen von Kindern. Eine US-Botschaft in Nordafrika habe zudem mehr als 100 Visa von sogenannten Geburtstouristen annulliert. Diese reisen in die USA, damit ihre Kinder dort zur Welt kommen und automatisch die US-Staatsbürgerschaft erhalten.
Die Annullierungen sind Teil eines harten Kurses gegen Einwanderer, den Trump nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus im vergangenen Jahr eingeleitet hat. Das Ministerium hatte die Zahl der widerrufenen Visa im Januar noch mit mehr als 100'000 angegeben.
Die Regierung hat in den vergangenen Monaten eine beispiellose Zahl von Migranten abgeschoben, darunter auch Inhaber gültiger Visa. Zudem gelten strengere Vorgaben bei der Vergabe, etwa durch eine verstärkte Überprüfung von Aktivitäten in den sozialen Medien. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses Vorgehen. Sie sehen darin eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und eine gezielte Überwachung von Einwanderern.
(Reuters)

