Bei der nächsten sogenannten Force-Sourcing-Konferenz der Nato im Juni wolle das US-Verteidigungsministerium die Verbündeten darüber informieren, welche militärischen Fähigkeiten die USA künftig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt für die Verteidigung Europas bereitstellen wollen, berichtete die «Welt am Sonntag» am Samstag unter Berufung auf einen Insider.
«Diese Änderungen werden bei der nächsten Force-Sourcing-Konferenz der Nato in unser Truppen- und Fähigkeitsangebot einfliessen», zitierte die Zeitung einen hochrangigen Pentagon-Vertreter. Ziel sei es, die Voraussetzungen für einen raschen Übergang zu schaffen. «Wir wollen den Verbündeten die nötige Information und Klarheit verschaffen, um den Übergang zu einer europäischen Verteidigung, bei der die Alliierten die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen, so schnell und effektiv wie möglich voranzutreiben», wurde der Insider weiter zitiert.
Vom Pentagon lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht vor. Äusserungen von US-Präsident Donald Trump und weiteren Vertretern seiner Regierung über einen Abzug von Truppenteilen aus Deutschland und weitere Änderungen der US-Stationierungspläne in Europa hatten zuletzt für Unruhe gesorgt. Den Alliierten werde jedoch ausreichend Zeit eingeräumt, die wegfallenden US-Streitkräfte durch eigene Einheiten zu ersetzen, hatte der oberste Nato-Kommandeur, US-General Alexus Grynkewich, gesagt. Es werde sich um einen mehrjährigen Prozess handeln.
(Reuters)

