Vakuumventilehersteller - Schmerzhafte neue Erfahrung für die VAT-Group-Aktionäre

Die VAT Group wächst im ersten Halbjahr prozentual zweistellig, wird den Analystenerwartungen aber nicht gerecht. Zudem kürzt der Halbleiterzulieferer seine Wachstumsvorgaben. Die Aktie grenzt frühe Kursverluste ein.
02.08.2018 13:08
Von Lorenz Burkhalter
VAT-Stand an der Semicon West in San Francisco.
VAT-Stand an der Semicon West in San Francisco.
Bild: ZVG

Die Erfolgsgeschichte der VAT Group erhält erste Kratzer: Der Vakuumventilehersteller kürzt am frühen Donnerstagmorgen anlässlich der Halbjahresergebnisveröffentlichung die diesjährigen Wachstumsvorgaben. Neu geht das Unternehmen von einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Ursprünglich war von einem Umsatzwachstum zwischen 15 und 20 Prozent die Rede.

Die UBS und Vontobel hatten im Vorfeld zwar von einer Reduktion der Wachstumsvorgaben gewarnt (cash berichtete), deren Ausmass rückblickend jedoch unterschätzt. An der Schweizer Börse SIX wird die Aktie der VAT Group mit Kursverlusten abgestraft. Zur Stunde verliert sie noch 2,5 Prozent auf 127,10 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 117,10 Franken.

Zu hohe Markterwartungen

Wie die UBS schreibt, lässt sich von den neuen Zielvorgaben auf ein Umsatzwachstum von 5 Prozent schliessen. Die Schweizer Grossbank ging zuletzt von einem Umsatzplus von 9 Prozent aus, die Markterwartungen liegen gar bei 16 Prozent.

Aus Sicht der UBS überrascht das Ausmass der Reduktion der Wachstumsvorgaben negativ und könnte selbst Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen für die nächsten paar Jahre haben.

An der Kaufempfehlung für die VAT-Group-Aktie hält die Schweizer Grossbank dennoch fest. Das 175 Franken lautende 12-Monats-Kursziel dürfte im Anschluss an die Halbjahresergebnisveröffentlichung aber gesenkt werden.

Anpassungsbedarf macht auch die Bank Vontobel aus. In einem Kommentar bezeichnet sie die diesjährigen Erwartungen nach der Reduktion der Zielvorgaben als zu hoch und rechnet auch mit Schätzungsreduktionen für das kommende Jahr. Das Anlageurteil lautet wie bis anhin "Hold", das Kursziel 132 Franken.

Verteidigende Analystenkommentare...

Optimistischer gibt man sich hingegen bei der Zürcher Kantonalbank. Das Halbjahresergebnis sei insgesamt innerhalb der bankeigenen Erwartungen ausgefallen. Alledings hätten sich die Befürchtungen gewisser Projektverzögerungen bewahrheitet, so heisst es. Dennoch hält die Zürcher Kantonalbank die VAT Group für gut aufgestellt, weshalb sie in der Kursschwäche der mit "Übergewichten" empfohlenen Aktie eine Kaufgelegenheit sieht.

Auch aus Sicht von Kepler Cheuvreux nimmt der Kursrückgang der letzten Wochen eine Reduktion der diesjährigen Zielvorgaben bereits vorweg. Die Kaufempfehlung wird bestätigt, das Kursziel lautet wie bis anhin 155 Franken.

...trotz enttäuschendem Auftragseingang

Enttäuschend entwickelte sich insbesondere der Auftragseingang. Mit 381 Millionen Franken lag dieser in etwa auf Vorjahresniveau und damit weit hinter den von Analysten erwarteten 426 Millionen Franken zurück.

Als Zulieferer der Halbleiterindustrie ist die VAT Group starken Nachfrageschwankungen ausgesetzt. Seit Monaten häufen sich die Anhaltspunkte für eine Wachstumsverlangsamung. Davon waren zuletzt auch andere Rivalen wie Inficon, Comet oder MKS Instruments betroffen.

 
Aktuell+/-%
VAT Group N178.70+3.06%
UBS Group N10.895+1.87%
Vontobel Holding N66.90+0.98%
Julius Baer Grp N40.75+1.88%
INFICON HLDG N765.00+2.96%
Comet Hldg N142.40+1.28%
MKS Instruments Rg128.44+0.78%