Um 9.40 Uhr fallen die Titel von Valiant bei hohen Volumen um 11,7 Prozent auf 158,60 Franken. Allerdings haben die Aktien seit November letzten Jahres auch stark zugelegt, so dass wohl einige Anleger nun diese Gewinne versilbern. Kurz vor Ende April hatte das Papier nämlich noch ein neues Mehrjahreshoch bei 184,40 Franken erzielt.

Analysten haben insbesondere beim Reingewinn deutlich mehr erwartet. Die Bank hat allerdings laut Octavian überraschend hohe Reserven für allgemeine Bankrisiken verbucht, obwohl das obere Ende bei der angestrebten Kernkapitalquote (CET1) erreicht wurde. Das habe zu einem Ergebnis von rund 20 Prozent unterhalb der Schätzungen geführt, erklären die Experten. Insgesamt untermauerten die Ergebnisse aber die positive Einschätzung der Aktie, so die Octavian-Experten.

Ähnlich bewertet dies auch die UBS. Valiant habe mehr als doppelt so hohe Reserven verbucht wie der Konsens eingeplant habe. Allerdings sei auch der Netto-Zinserfolg etwas und das Handelsergebnis klar schwächer als erwartet ausgefallen. Entsprechnd gedämpft dürfte die Kursreaktion auch nach der jüngst überdurchschnittlichen Entwicklung im Sektorvergleich aussehen.

Derweil zeigt sich die ZKB insbesondere von der Zinsmarge enttäuscht. Diese war mit 1,09 Prozent gegenüber dem Vorquartal mit 1,11 Prozent leicht rückläufig. Dies sei zwar angesichts des Zinsumfelds nicht gross überraschend und eigentlich auch noch solid; es könnte aber dennnoch für Enttäuschung sorgen, da Valiant in den vergangenen Quartalen die Zinsmarge trotz SNB-Zinssenkungen überraschend stabil habe halten können bzw. teilweise sogar noch ausgebaut habe. Mittlwerweile sei die Aktie zudem «stolz» bewertet.

(AWP)