Gegen 9.57 Uhr notieren VAT gut 11 Prozent im Plus bei 495,00 Franken. Sie nähern sich damit wieder dem Rekordhoch vom Sommer 2024 an, als Kurse von deutlich über 500 Franken gesehen wurden. «VAT überrascht mit starken Q4-Zahlen», bringt ZKB-Analyst Michael Inauen die Stimmung am Markt auf den Punkt. Er sieht dies als «Startschuss für eine neue Wachstumsphase».

Er und der Markt seien bislang davon ausgegangen, dass sich die momentanen starken Bewegungen im Halbleitermarkt (insbesondere bei Speicherchips) erst mit Verzögerung ab dem 2. Quartal 2026 in den Zahlen von VAT niederschlagen würden. «Der Aufschwung macht sich jetzt deutlich früher bemerkbar.»

So sieht das auch Analyst Joern Iffert von der UBS: Der Auftragseingang sei zwar auch von Vorbestellungen im Hinblick auf Preiserhöhung im neuen Jahr 2026 getrieben worden. Vor allem aber sehe VAT ein klar verbessertes Geschäft sowohl mit westlichen Herstellern wie auch mit chinesischen Kunden. Auch der UBS-Experte interpretiert die Ergebnisse daher als Beginn eines Wendepunkts bei den Auftragseingängen - selbst wenn die Vorbestellungen ausser Acht gelassen würden. Er erwartet nun, dass die Gewinnschätzungen am Markt nun klar angehoben werden.

Weitere Marktbeobachter betonen ebenfalls die «sehr ermutigenden» Ausbaupläne von VAT-Kunden. Damit dürften die Ertragserwartungen für VAT im Jahr 2026 um mehr als 10 Prozent nach oben korrigiert werden. Halte der Schwung auch in den Jahren 2027 und 2028 an, so dürften weitere Revisionen nach oben folgen, heisst es.

Die VAT-Zahlen und in der Nacht vorgelegte gute Zahlen von Taiwans Chipgiganten TSMC, welche die Erwartungen markant übertrafen, wecken auch bei anderen Zulieferern für die Chipindustrie Fantasien. So legen Comet (+5,4 Prozent) und Inficon (+4,2 Prozent) im frühen Handel ebenfalls stark zu. Und mit AMS-Osram (+3,2 Prozent) zieht auch ein weiterer Technologietitel klar an.

(AWP)