US-Präsident Donald Trump verleiht der Schweizer Währung einmal mehr Flügel, nachdem er am Freitagnachmittag mitteilte, es werde keine Verhandlungen mit dem Iran geben und er akzeptiere nur die vollständige Kapitulation des Regimes in Teheran. Zusätzlich drückten die schwachen Arbeitsmarktdaten auf den Greenback, der kurzzeitig wieder unter der Marke von 0,78 Franken abrutschte.
Deutlich stärker geriet der Euro unter Druck, der zum Schweizer Franken gemäss Daten von Bloomberg auf ein neues Allzeittief von 0,9016 Franken sank. Damit haben die verbalen Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Wochenverlauf wenig gebracht. «Angesichts der internationalen Entwicklung ist unsere Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht», erklärte die hiesigen Währungshüter am Montag.
Am Mittwoch bekräftigte der SNB-Vizepräsident Antoine Martin die Aussage. Die Bereitschaft, zu intervenieren, sei angesichts der jüngsten politischen Ereignisse höher, sagte er vor Journalisten.
Thu Lan Nguyen, Währungsanalystin bei der Commerzbank, wies Anfang Woche darauf hin, wie schwierig es für die SNB sei, gegen die Frankenstärke anzukämpfen. Der Status als sicherer Hafen sei ein sich selbst verstärkender Effekt.
Oder anders ausgedrückt: «Je häufiger eine Währung in Zeiten der Unsicherheit an Wert gewinnt, desto stärker wird dieser Effekt.» Dass der Franken derzeit besonders profitiere, liege an der im vergangenen Jahr gesunkenen Bedeutung anderer traditioneller sicherer Häfen – allen voran des Dollars aufgrund der unberechenbaren Politik des Weissen Hauses und des japanischen Yen aufgrund wachsender fiskalischer Bedenken.
Entsprechend dürfte gemäss den Experten der Commerzbank das Risiko zunehmen, dass die SNB nach den verbalen Drohungen tatsächlich zugunsten des Euros im Markt in kleinen Schritten intervenieren können. Das könnte den kurzfristigen Aufwertungsdruck etwas lindern.
Am langfristigen Bild des starken Frankens zum Euro ändert sich dadurch wenig. Die aktuelle Stärke des Frankens hängt auch mit der Schwäche des Euros zusammen. An den Märkten wird immer stärker befürchtet, dass sich die steigenden Erdöl- und Gaspreise negativ auf die Wirtschaft in der Eurozone auswirken werden.
(cash)
