Das Gesamtvermögen der Reichsten sei 2025 ‌um 2,5 ‌Billionen Dollar auf den Höchstwert von 18,3 Billionen Dollar gestiegen, teilte die Entwicklungsorganisation Oxfam am Montag zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos mit.

Dieser Zuwachs entspreche in etwa dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung von 4,1 ​Milliarden Menschen. Gleichzeitig lebten rund 3,8 Milliarden Menschen in Armut und ‌müssten mit weniger als 8,30 Dollar pro Tag ‌auskommen.

Das Wachstum des Reichtums habe sich beschleunigt, erklärte Oxfam und berief sich auf die Milliardärsliste des Magazins «Forbes». Mit einem Plus von rund 16 Prozent sei das Vermögen der Milliardäre 2025 dreimal so schnell gewachsen wie in den fünf Jahren davor. Seit März 2020 habe es inflationsbereinigt um 81 Prozent ⁠oder 8,2 Billionen Dollar zugelegt. In Deutschland gebe es die viertmeisten Milliardäre weltweit und ihre Zahl sei 2025 um ein Drittel auf 172 gestiegen. Ihr Gesamtvermögen wuchs demnach um 30 Prozent auf 840,2 ​Milliarden Dollar. Eine deutsche Milliardärin oder ein deutscher Milliardär verdient laut Oxfam in ‌weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.

Oxfam: Superreiche nutzen ihre Wirtschaftsmacht politisch

Oxfam warnte, die Konzentration des Reichtums gefährde die Demokratie. Superreiche nutzten ihre Ressourcen, um sich politische Macht ​zu sichern und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. «Wir befinden uns in der Ära der Milliardärinnen und Milliardäre – und das ist keine gute Nachricht für die Welt», sagte die Vorständin von Oxfam Deutschland, Charlotte Becker.

«Was ‌uns besonders besorgt: Die Wirtschaftsmacht der Superreichen schlägt sich immer ⁠deutlicher in politischer Macht nieder und höhlt die Demokratie immer ‌weiter aus.» Als Beispiel nannte sie die USA, wo der Präsident und Milliardär Donald Trump mit einer reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit ‍weiter anfache.

Die Organisation forderte die Bundesregierung auf, entschieden gegenzusteuern. «Immer mehr Milliardärinnen und Milliardäre auf der einen Seite und sich verfestigende Armut auf der anderen Seite sind auch in Deutschland ​ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte», sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit ‍bei Oxfam Deutschland. Die Bundesregierung müsse Superreiche mit einer Milliardärssteuer stärker in die Pflicht nehmen und in soziale Gerechtigkeit investieren. Zudem müsse sie die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen.