Den zweiten Tag in Folge legen die Aktien der UBS markant zu. Kurz nach Börsenstart am Mittwoch avancieren sie rund 3,3 Prozent auf 31,73 Franken, nachdem sie bereits am Dienstag knapp 4 Prozent zugelegt hatten. Die Aktie steht damit auf einem Vier-Wochen-Hoch.
Auslöser für die positive Kursentwicklung war ein Bericht der «Financial Times» vom Dienstag, wonach mehrere einflussreiche Parlamentarier im Streit um die Höhe der Kapitalanforderungen für die grösste Schweizer Bank Kompromissbereitschaft signalisieren. Laut dem Nachrichtenhaus haben hochrangige Parlamentarierinnen und Parlamentarier Vertretern der UBS in internen Gesprächen signalisiert, dass sie einen Kompromiss zu den Vorschlägen des Finanzministeriums erarbeiten würden.
Zwar sei man noch weit von einer Entscheidung entfernt, allerdings werde ein wichtiger parlamentarischer Ausschuss für Wirtschaftsfragen den Prozess im Mai übernehmen. «Ab diesem Zeitpunkt werden wir mehr Entscheidungsmacht haben», wird eine beteiligte Person in der «Financial Times» zitiert. Dabei dürfte «das Problem durch einen Kompromiss gelöst werden». Allerdings dürfte ein solcher Kompromissvorschlag auf Widerstand stossen - insbesondere von linken Parteien.
Dennoch überwiegt an den Märkten derzeit die Erleichterung. Schliesslich zählte die UBS-Aktie in diesem Jahr zu den grössten Verlierern am Schweizer Markt: Seit Jahresbeginn hatte sie zeitweise über 22 Prozent eingebüsst. Einige Analystinnen und Analysten hatten ihr Rating aufgrund der politischen Unsicherheiten bereits gesenkt. Die jüngsten Signale könnten nun für frischen Optimismus sorgen.
Die Aktie der UBS profitiert zur Wochenmitte zudem vom allgemein verbeserten Klima an den Börsen und für Bankenaktien. Der Titel von Goldman Sachs etwa legte am Dienstag um 5 Prozent zu.
Insgesamt bleibt die Mehrheit der Analysten optimistisch. Aktuell empfehlen zwölf Experten den Kauf, sechs raten zum Halten und zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,24 Franken - was einem Aufwärtspotenzial von rund 21 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht.
Seit Jahresbeginn haben zwölf Analysten ihr Rating erhöht, während fünf es gesenkt haben. Sollte sich eine mögliche Kompromisslösung konkretisieren, könnten auch die letzten Skeptiker ihre diesjährigen Herabstufungen rückgängig machen - was der Aktie weiteren Auftrieb geben könnte.
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