Am Mittwoch gerieten die Aktien der SMG Swiss Marketplace Group ab Mittag zunehmend unter Druck und schlossen den Handelstag mit einem Minus von rund 6,2 Prozent bei 28,60 Franken. Seit Jahresbeginn hat der Titel 16 Prozent verloren.
Die SMG Group pries sich im Emissionsprospekt als «eine der spannendsten Online-Geschichten Europas» an. Das hat sich bisher nicht bewahrheitet und das IPO gilt als Enttäuschung. Das Kursminus seit dem Börsengang im September 2025 beträgt etwa 30 Prozent.
Die Kursverluste vom Mittwoch kamen ohne spezifische Unternehmensnachrichten oder eine Gewinnwarnung seitens der SMG Group zustande. Der Kursverlust dürfte drei Faktoren geschuldet sein, welche die Aktie schon seit Monaten belasten.
Ein Grund ist der nach wie vor geringe Streubesitz, da nur rund 20 Prozent der Aktien frei an der Börse handelbar sind. Der Rest liegt bei den Gründungspartnern TX Group, Ringier, Mobiliar und der Private-Equity-Firma General Atlantic. Entsprechend volatil zeigt sich die Aktie, weil bei dieser Ausgangslage schon kleinere Verkaufsorders grössere Kursverluste auslösen können.
Nach dem Börsengang galt zudem für viele Altaktionäre eine Sperrfrist - sogenannte Lock-up-Periode - von 180 Tagen, in der diese keine Aktien verkaufen durften. Diese Frist lief Mitte März 2026 ab. Seither ist ein immer wiederkehrender Verkaufsdruck zu beobachten, da frühe Investoren sich teilweise von ihren Beständen trennten. Dass auf der anderen Seite das Management in den vergangenen sechs Monaten durch Käufe auffiel, konnte keine Trendwende herbeiführen.
Ferner bleibt die kurzfristige Marktstimmung oder das Sentiment für interaktive Medientitel in Europa weiter angespannt. Investoren befürchten, dass das Wachstum im digitalen Marktplatzgeschäft durch die allgemeine konjunkturelle Lage und neue KI-Applikationen gebremst werden könnte.
Und auch bei der Bewertung weiss SMG Group nicht restlos zu überzeugen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hat sich seit dem IPO zwar auf 19 von 26 zurückgebildet, wie Daten von Bloomberg zeigen. Im Vergleich zum direkten Konkurrenten Scout24 in Deutschland mit einem KGV von 11 ist der hiesige Titel indessen weiterhin anspruchsvoll bewertet.
Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Management ein etwas schwächeres Wachstum beim Umsatz. Die Verkäufe sollen zwischen 10 und 12 Prozent zulegen. Die Profitabilität soll dagegen weiter steigen. Erwartet wird eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 56 und 58 Prozent.
Ferner bestätigte das Management im März auch die Mittelfristziele, die im Rahmen des IPO kommuniziert wurden. Demnach soll der Umsatz im tiefen 10er-Prozentbereich wachsen und die bereinigte EBITDA-Marge im tiefen bis mittleren 60-Prozent-Bereich liegen.

