Das teilte sein Büro auf der Plattform X mit. «Die Familie ‌von ⁠Senator Graham bittet in dieser Zeit um Gebete und um Wahrung der Privatsphäre während dieser ⁠unglaublich schwierigen Zeit», erklärte sein Büro. Der 71-Jährige war in früheren Jahren ein lautstarker Kritiker von US-Präsident Donald Trump, ‌bevor er zu einem seiner treuesten Verbündeten im US-Kongress wurde. ‌Laut seiner Website wurde er 1994 ins ​US-Repräsentantenhaus gewählt, ab 2002 war er Mitglied des US-Senats, wo er zuletzt dem Haushaltsausschuss vorsass. Graham war nicht verheiratet und lebte in Seneca, South Carolina.

Präsident Trump würdigte Graham als «einen der grossartigsten Menschen und Senatoren, die ich je kennengelernt habe» und als einen hart arbeitenden Patrioten. 2016 ‌trat Graham in den republikanischen Vorwahlen gegen den späteren Wahlsieger Trump an und erklärte: «Wenn wir Trump nominieren, werden wir verlieren ... und zwar verdient.» Im selben Jahr kritisierte er Trumps Weigerung, das Ergebnis ​der US-Wahlen im Falle seiner Niederlage anzuerkennen: «Wenn er verliert, dann nicht, ​weil das System manipuliert ist, sondern weil er als ​Kandidat versagt hat.» Später galt er als überzeugter Unterstützer Trumps, auch wenn er 2025 dessen Entscheidung widersprach, etwa ‌1500 seiner Anhänger zu begnadigen, die am 6. Januar 2021 das US-Kapitol angegriffen hatten.

Als Verfechter einer harten Linie in der Verteidigung habe Graham «konsequent auf Ergebnisse im Krieg gegen den Terror gedrängt, die ​unsere ​langfristigen nationalen Sicherheitsinteressen schützen», heisst es auf seiner ⁠Website. Graham war ein prominenter Unterstützer Israels und der ​Ukraine und ein Gegner des ⁠Iran. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz schrieb auf X, er sei zutiefst betrübt über ‌den Tod von Graham, «der Israel in seinen schwierigsten Momenten beistand».

In der Ukraine-Politik hatte Graham lange für verschärfte Sanktionen gegen Russland plädiert, dabei aber einen offenen Konflikt mit ‌Trump gescheut. Noch am Freitag hatte Graham erklärt, China könne eine ​entscheidende Rolle dabei spielen, Russland zu Friedensgesprächen zu bewegen und so zur Beendigung des Krieges in der Ukraine beizutragen.

(Reuters)