Vor dem Fed-Entscheid - Grossbank nennt Aktien für steigende US-Zinsen

Die Frage ist nicht ob, sondern wann die US-Notenbank die Leitzinsen das nächste Mal erhöht. Die UBS nennt deshalb drei Aktien aus der Schweiz, welche von steigenden US-Zinsen profitieren sollten.
09.03.2017 08:28
Von Lorenz Burkhalter
Die Adecco-Aktie gilt als die «zinssensitivste» Aktie der Schweiz.
Die Adecco-Aktie gilt als die «zinssensitivste» Aktie der Schweiz.
Bild: Bloomberg

Kommende Woche trifft sich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank. Noch bis vor wenigen Tagen rechnete kaum jemand damit, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses sich zu einer weiteren Leitzinserhöhung durchringen könnten. Seit einer Rede der Vorsitzenden Janet Yellen vor dem Senat scheint aber alles wieder offen.

Die Frage ist deshalb nicht ob, sondern viel eher wann der nächste Zinsschritt ansteht und wie viele weitere Schritte bis Ende Jahr noch folgen werden. Von den Anleihenrenditen lässt sich auf eine Wahrscheinlichkeit von fast 98 Prozent schliessen, dass die US-Leitzinsen noch vor Mitte Jahr um 25 Basispunkte steigen.

Zu diesem Anlass haben sich die Aktienstrategen der UBS Investmentbank mit diesem Thema auseinandergesetzt. Mit einem aus Schweizer Sicht erfreulichen Ergebnis: Über die vergangenen sechs Zinszyklen hinweg schnitten die europäischen Aktienmärkte im frühen Stadium steigender US-Zinsen gut ab.

Höhere Kurse erhoffen sich die Experten insbesondere von zyklischen Aktien aus der Automobilindustrie oder aus dem Technologiesektor. Doch auch die Finanzwerte zählen sie zu den Gewinnern höherer Zinsen in den USA.

Auf einer 30 Unternehmen starken Liste von Aktien aus Europa mit einer hohen Korrelation zur Renditeentwicklung zehnjähriger US-Staatsanleihen stechen drei Namen aus der Schweiz ins Auge: Adecco, Credit Suisse und Clariant.

Unterscheidet sich dieser Zinszyklus von früheren Zyklen?

Als führender Stellenvermittler ist Adecco auf sehr stark von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Erst vor einer Woche legte das Unternehmen ein solides Jahresergebnis vor und äusserte sich zuversichtlich, was die Umsatzentwicklung im Januar und Februar anbetrifft.

Bei der Credit Suisse lässt man sich hingegen noch immer nicht so recht in die Karten blicken, wie man der vergleichsweise dünnen Eigenkapitaldecke begegnen will. Neben dem nicht unumstrittenen Börsengang der Universalbank Schweiz bleibt auch eine reguläre Kapitalerhöhung ein denkbarer Lösungsansatz. Der Spezialitätenchemiekonzern Clariant steht hingegen wegen angeblich geführter Fusionsverhandlungen mit dem US-Rivalen Huntsman in den Schlagzeilen.

Die Aktien von Adecco (rot), Credit Suisse (grün) und Clariant (violett) bewegen sich nahezu im Gleichschrit (Quelle: www.cash.ch)

Während die Aktien von Credit Suisse und Clariant bei der UBS Investmentbank auch offiziell zum Kauf empfohlen werden, schätzt die Grossbank jene von Adecco nur neutral ein. Von den drei Unternehmen weist Adecco jedoch die grösste Korrelation zur Renditeentwicklung zehnjähriger US-Staatsanleihen auf. Im europäischen Vergleich weisen nur Siemens, Renault und BNP Paribas eine noch höhere Abhängigkeit auf.

Die Strategen der UBS Investmentbank räumen allerdings ein, dass sich der aktuelle Zinszyklus in den USA grundlegend von früheren Zyklen unterscheide. Da die US-Notenbank nur sehr langsam an der Zinsschraube drehe, komme jedem einzelnen Zinsschritt eine grössere Bedeutung zu, so schreiben sie. Damit sprechen sie auch transatlantische Unterschiede an, fährt die Europäische Zentralbank doch noch immer einen ultralockeren geldpolitischen Kurs.