Die Zinserhöhungen der Fed haben JPMorgan, Citi und Morgan Stanley sprudelnde Zinseinnahmen beschert, der Boom im Anleihehandel läuft wegen der Marktvolatilität weiter. Steigende Risikovorsorgen trüben das Bild nur ein wenig. Kein schlechtes Omen für die europäischen Grossbanken, von denen die meisten nächste Wochen ihre Zahlen vorlegen werden. Zwar hinkt die EZB der Fed in Sachen Zinserhöhung hinterher, doch die positiven Effekte sollten auch hier schon durchschimmern.
Am meisten dürften jedoch die Banken mit grossem Rentenhandel profitiert haben. Die Deutsche Bank hat bereits verkündet, dass ihr Wertpapierhandel im dritten Quartal weiter geboomt hat. Analysten erwarten einen Ertragszuwachs von 18 Prozent in dem Bereich, und die Ergebnisse der Wall Street werden hier kaum zu Abstrichen führen. Vom schwächelnden Beratungsgeschäft sind die Frankfurter weniger betroffen.
Mehr zu schaffen macht den Europäern freilich die Energiekrise. Bislang haben es die Banken vermeiden können, ihre Kreditvorsorge deshalb stark zu erhöhen. Die starken Handelsergebnisse werden zudem die Bonuserwartungen ankurbeln - eine Gratwanderung für das Management, das den immer lauteren Ruf der Aufsicht nach Zurückhaltung bei Ausschüttungen befolgen muss. Eine Kernfrage bei den Präsentationen zum dritten Quartal wird sein, ob ein Umsteuern nötig geworden ist.
(Bloomberg/cash)
