Am Dienstag nimmt sowohl mit Sika als auch Givaudan die Berichtssaison in der Schweiz Fahrt auf. Für beide am Swiss Market Index kotierten Firmen erwarten die Analysten eine durchwachsene Entwicklung.

Sika: Starker Franken und schwaches China belasten

Für Sika rechnen die zehn Analysten, die zum AWP-Konsens beigetragen haben, im ersten Quartal 2026 mit einem Umsatz von 2,46 Milliarden Franken. Das entspricht einem Rückgang von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,68 Milliarden Franken. Der grösste Bremsklotz dürfte der starke Schweizer Franken sein. Allein der Währungsgegenwind dürfte rund 8 Prozent des Umsatzes aufgefressen haben. Hinzu kommt ein schwieriges Marktumfeld, insbesondere in China, wo Überkapazitäten im Wohnungsbau die Nachfrage dämpfen. Sika hat bereits reagiert und baut weltweit bis zu 1500 Stellen ab, einen grossen Teil davon in China.

Auch das organische Wachstum, also das Wachstum aus eigener Kraft, bereinigt um Währungseffekte und Zukäufe, dürfte mit minus 1,8 Prozent leicht rückläufig sein. Der Rückenwind durch die Grossakquisitionen Parex (2019) und MBCC (2023) fällt damit zunehmend weg. Regional dürfte Americas den grössten Rückgang verzeichnen, gefolgt von Asien/Pazifik und EMEA.

Für das Gesamtjahr 2026 hat Sika-Chef Thomas Hasler bereits signalisiert, dass Umsatz und Ergebnis eher in der Mitte oder im unteren Bereich des Prognosebandes liegen dürften – eine offizielle Präzisierung der Guidance ist damit nicht ausgeschlossen. Bisher peilt das Unternehmen ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 1 bis 4 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von 19,5 bis 20,0 Prozent an.

Kursmässig gehört Sika seit Jahresbeginn zu den schwächsten Blue Chips am SMI: Der Titel hat seit Jahresbeginn rund 15 Prozent verloren und notiert aktuell (Stand Montagmittag) bei 136,45 Franken.

Dennoch sehen die meisten Analysten Potenzial: 14 empfehlen die Aktie zum Kauf, 6 zum Halten und 3 zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 194,52 Franken - ein Aufwärtspotenzial von gut 40 Prozent.

Givaudan: Schwaches Aromageschäft und Iran-Risiko

Auch beim Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan dürfte der Quartalstart verhalten ausfallen. Die fünf Analysten, die zum AWP-Konsens beigetragen haben, erwarten einen Umsatz von 1,87 Milliarden Franken, was einem Rückgang von über 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht - hauptsächlich bedingt durch negative Währungseffekte von rund 7 Prozent. Das organische Wachstum dürfte mit 1,5 bis 2,0 Prozent klar unter dem mittelfristigen Ziel von 4 bis 6 Prozent liegen.

Während das Duftstoffgeschäft mit einem organischen Wachstum von 3 bis 4 Prozent noch solide läuft, schwächelt das Aromageschäft: Verhaltene Nachfrage im Nahrungsmittelbereich und eine schwache Lancierung neuer Produkte drücken den Umsatz. Zusätzlicher Gegenwind kommt vom Iran-Krieg, der den Nahen Osten - einen wichtigen Absatzmarkt, besonders für Parfüms - mit Logistikproblemen und unterbrochenen Flugverbindungen belastet.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem neuen CEO Christian Stammkoetter, der erstmals Quartalszahlen präsentiert. Analysten werden auf Signale zur strategischen Ausrichtung achten. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 11 Prozent verloren und notiert bei 2788 Franken - weit unter dem Stand von über 4600 Franken Ende September 2024.

Von 19 Analysten empfehlen 6 den Kauf, 11 das Halten und 2 den Verkauf. Das Kursziel liegt im Schnitt bei 3413 Franken.

(AWP/cash)