Anhand der vorläufigen Umsatzzahlen, die der Konzern Mitte Januar publiziert hat, dürfte der Erlös aufgrund negativer Währungseffekte, vor allem wegen des schwachen US-Dollars, um 4,8 Prozent auf rund 11,2 Milliarden Franken gesunken sein. Ohne Währungseffekt, wäre Sika in Schweizer Franken um 0,6 Prozent gewachsen.

Gemäss dem Analysten-Konsens, den die Zürcher Kantonalbank ausweist, dürfte der Baustoffkonzern mit einer EBITDA-Marge von 18,3 Prozent rechnen, welche die One-Off-Kosten von rund 90 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem «Fast Forward» Programm einschliesst.

Exklusive dieser einmaligen Kosten dürfte Sika demnach eine adjustierte EBITDA-Marge von rund 19,1 Prozent  (Vorjahr 19,3 Prozent) erreichen, was innerhalb der Guidance des Managements liegt. Sika rechnet für 2025 mit einer EBITDA-Marge von leicht über 19 Prozent, ohne Berücksichtigung der einmaligen Kosten.

Den Reingewinn schätzten die Analysten der ZKB auf 1’019 Millionen Franken, das entspräche einem Minus von 18,3 Prozent gegenüber dem Reingewinn von 2024.

Was hat das Wachstum gebremst?

Der grösste Belastungsfaktor war und bleibt China. Das darbende chinesische Baugeschäft hat das organische Wachstum allein um 1,6 Prozentpunkte nach unten gezogen. Ohne China hätte Sika organisch ein Plus von 1,2 Prozent erzielt. Auch in den USA hinterliess der längste Regierungsstillstand in der Geschichte des Landes Spuren - insbesondere im kommerziellen Bau. Ein Lichtblick waren dagegen die anhaltenden Investitionen in Rechenzentren sowie das dynamische Wachstum in Indien, Südostasien und dem Segment Automotive & Industry.

Was steckt hinter dem Sparprogramm «Fast Forward»?

Im Herbst 2025 hat Sika das Programm «Fast Forward» lanciert, das bis 2028 Kosteneinsparungen von 150 bis 200 Millionen Franken bringen soll, davon sollen 80 Millionen Franken bereits 2026 wirksam werden. Kern des Programms sind strukturelle Anpassungen in China: Die Zahl der Produktionsstandorte wird von über 30 auf 25 reduziert, Lohnfertigung soll zurückgeholt werden. Dem Unternehmen entstehen dabei Einmalkosten von 80 bis 100 Millionen Franken. Parallel investiert Sika 120 bis 150 Millionen Franken in die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

Wie sind die Aussichten für das Jahr 2026?

Einen konkreten Ausblick hat Sika bei der Publikation der vorläufigen Umsatzzahlen im Januar nicht gegeben. Die mittelfristigen Ziele der «Strategy 2028» (organisches Wachstum von 3 bis 6 Prozent und eine EBITDA-Marge zwischen 20 und 23 Prozent) bleiben aber bestätigt.

Die ZKB hingegen rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum in Franken von lediglich 1,5 Prozent, geht aber von einer deutlichen Margenverbesserung auf rund 20,1 Prozent aus, sobald die Kostenmassnahmen greifen. Eine Beschleunigung des organischen Wachstums erwartet die ZKB erst ab der zweiten Jahreshälfte 2026.

Wie läuft die Aktie?

Die Sika-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 30 Prozent eingebüsst und notiert aktuell bei rund 153 Franken. Damit ist die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 für Sika-Verhältnisse äusserst günstig. Von 25 bei Bloomberg erfassten Analysten empfehlen 15 die Aktie zum Kauf, 8 raten zum Halten und 2 zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 191,22 Franken - das impliziert ein Aufwärtspotenzial von fast 25 Prozent.

Die ZKB sieht den fairen Wert bei 199 Franken und stuft die Aktie mit «Outperform» ein. Jefferies-Analystin Priyal Woolf senkte das Kursziel zuletzt von 201 auf 193 Franken, hält aber an «Buy» fest. Sie sieht Potenzial für eine Trendwende im zweiten Halbjahr 2026, erwartet kurzfristig aber weitere Risiken: Die Wachstumsprognose für 2026 dürfte unter dem mittelfristigen Ziel liegen, und das Margenziel werde wohl mit einem Jahr Verzögerung erreicht. Die langfristigen Perspektiven seien aber überzeugend.

Skeptischer bleibt JPMorgan: Die Bank senkte ihr Kursziel auf 143 Franken und hält am Rating «Underweight» fest, dies mit Verweis auf Umsetzungsrisiken beim Sparprogramm und die ausbleibende China-Erholung.

(cash)