Swiss Life setzt seit Jahren auf den Ausbau des Gebührengeschäfts und tut das auch im laufenden Strategieprogramm 2025 bis 2027. Allerdings ist das Fee-Geschäft wegen der eher schwachen Entwicklung bei Immobilienprojekten gedämpft in die neue Periode gestartet.
Gemäss dem AWP-Konsens von neun Analysten dürfte der Versicherungskonzern die Prämieneinnahmen 2025 von 20,33 Milliarden Franken auf 20,81 Milliarden Franken gesteigert haben. Die Fee-Erträge des Vermögensverwaltungsgeschäfts erwarten Expertinnen und Experten derweil bei 2,564 Milliarden Franken, nach 2,492 Milliarden Franken im Vorjahr - ein Anstieg von nur 2,9 Prozent.
Derweil schreibt die Gruppe in der Lebensversicherung nachhaltig Gewinne, was auf eine nächste Erhöhung der Dividende hoffen lässt. Konkret wird zwar mit einem Rückgang des Reingewinns gerechnet - von 1,261 Milliarden Franken auf 1,245 Milliarden Franken. Die Ausschüttungen dürften jedoch um 5,5 Prozent angehoben werden. Nach einer Dividende pro Aktie von 35 Franken im Vorjahr erwarten Experten nun 36,93 Franken. Es wäre die zwölfte Erhöhung in Folge.
Kommt Fee-Geschäft wieder in Schwung?
Das Gebühren- beziehungsweise Fee-Geschäft baut Swiss Life seit Jahren aus und bis 2027 sollen Finanzberatungen, die Vermögensverwaltung und der Verkauf von Vorsorgeprodukten über eine Milliarde Franken zum Gruppenergebnis beisteuern. Zum Vergleich: 2024 waren es 875 Millionen, drei Jahre zuvor nur 349 Millionen. Für 2025 erwarten Analysten gegenüber dem Vorjahr aber einen leichten Rückgang des Betriebsgewinns aus dem Fee-Geschäft. Grund dafür sind geringere Einnahmen aus Projektentwicklungen von Immobilien, etwa in Frankreich.
Fliessen weitere Milliarden an Neugeldern zu?
Erfolge verbuchte Swiss Life indes im Drittkundengeschäft der Vermögensverwaltung (TPAM). Da flossen der Gruppe in den ersten neun Monaten netto Neugelder in Höhe von 15,0 Milliarden Franken nach 3,4 Milliarden in der entsprechenden Vorjahresperiode zu. Vor allem der Einstieg ins Geschäft mit Index-Produkten hat dazu geführt. Für das Gesamtjahr hatte Swiss-Life-CEO Matthias Aellig vergangenen Herbst Neugelder im hohen 10-Milliarden-Bereich in Aussicht gestellt. Dieses Geld soll künftig zu höheren Gebühreneinnahmen führen.
Wie hoch fällt die nächste Dividendenerhöhung aus?
Die Aktionäre der Swiss Life sind es gewohnt, dass der Finanzkonzern die Dividende Jahr für Jahr erhöht. 2025 wurden 35 Franken je Aktie bezahlt und für 2026 gehen Analysten durchschnittlich von 36,93 Franken als Diviende aus. Dabei hob Swiss Life im neuen Strategieprogramm das Ziel zur Ausschüttungsquote auf «über 75 Prozent» von «über 60 Prozent» an. Ergänzt wird die Dividende durch Aktienrückkäufe. Bis im Mai läuft ein 750-Millionen-schweres Aktienrückkaufprogramm.
Das Geld für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe generiert Swiss Life aus den Cash-Transfers, die von den operativen Einheiten an die Holding fliessen. In drei Jahren sollen sich die Transfers auf 3,6 bis 3,8 Milliarden Franken summieren. Für Analysten und Anleger bleibt eine nachhaltige und attraktive Ausschüttungspolitik ein zentraler Punkt bei der Swiss Life.
Kann die Aktie den Abwärtstrend brechen?
An der Börse hat die Swiss-Life-Aktie in der Vergangenheit von den stetig gestiegenen Dividenden und dem Wachstum im Gebührengeschäft profitiert. Im 2025 allein kletterte der Kurs um beinahe 25 Prozent in die Höhe, nach Kursavancen von jeweils über 20 Prozent in den beiden Jahren zuvor. Jüngst wurden Gewinne mitgenommen und die Titel gaben seit Jahresbeginn um über 10 Prozent nach. Dabei belasteten auch KI-Sorgen sowie die Börsenschwäche im Zuge des Iran-Kriegs den Titel.
Aktuell wird die Aktie des Versicherers von drei Experten und Expertinnen zum Kauf empfohlen. Neun raten zum Halten, drei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel sehen sie bei 842,79 Franken - etwa 1,5 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
(AWP/cash)
