Ostern steht vor der Tür und damit einer der Lieblingsfeiertage der Kinder. Denn wenn man an den Osterhasen glaubt, füllt er ihre Nester mit kleinen Geschenken, viel Schokolade und anderen Süssigkeiten. Als Erwachsener kann man sich die Schokolade meist selbst kaufen und wartet damit nicht auf einen besonderen Feiertag – auch wenn man immer noch gerne aus den «Nestli» nascht. 

Statt das Geld für Schokolade auszugeben, kann man es jedoch auch investieren - und dies bereits mit sehr wenig Kapital. Ein grosser Schokohase von Lindt kostet im offiziellen Shop rund 10 Franken, was sich am Schluss eher in ein paar zusätzlichen Gramm um die Hüfte und einem kurzen Glücksgefühl niederschlägt als in finanziellen Erträgen. Investiert man die 10 Franken am Aktienmarkt, und zwar in Dividendenaktien, resultiert daraus aber ein wiederkehrend gefülltes Osternest dank der Ausschüttungen.

Diese haben nämlich den Vorteil, an der Börse in turbulenten oder schwachen Marktphasen besser abzuschneiden und sich stabilisierend auf das Depot auszuwirken, wie eine Studie von Allianz Global Investors (AllianzGI) zeigt. Die Dividendenzahlung wird als Zustupf an die Aktionäre ausbezahlt und kann so jederzeit reinvestiert werden. 

Bei der Auswahl von Dividendenaktien sollte einerseits die Dividendenrendite berücksichtigt werden, andererseits aber auch die Sicherheit. Also über wie viele Jahre blieben die Ausschüttungen konstant oder wurden gar erhöht – dies auch in volatileren Marktphasen? Grundsätzlich gilt, dass Unternehmen mit einer soliden Bilanz, einer robusten Ertragskraft und einem starken Cashflow eine hohe Dividendensicherheit aufweisen. Untenstehend befindet sich eine Auflistung einer Auswahl von acht solcher «sicheren» Dividendentiteln aus aller Welt. 

1) Sunrise und Swisscom

Zwei Titeln aus dem nahen Umfeld machen den Anfang. Die beiden Telekomkonzerne Sunrise und Swisscom überzeugen am hiesigen Markt nicht nur mit einer positiven Performance seit Jahresbeginn, sondern auch mit einer hohen Dividendenrendite und zuverlässiger Ausschüttung. Während der Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn fast 2 Prozent eingebüsst hat, konnte der Marktführer rund 15,5 Prozent dazugewinnen, Sunrise 11,7 Prozent.

Die Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen verfügen über eine hohe Solidität und versprechen defensive Qualitäten. Der Konsum unterliegt kaum saisonalen Schwankungen, was einen konstant hohen freien Cashflow ermöglicht. Ausserdem zählt das Produkt auch in turbulenten Zeiten mittlerweile zu den unentbehrlichen Gütern. In anderen Worten: Wer verzichtet heutzutage noch auf sein Mobil- oder Fernsehabo?

Die 26‑fränkige Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr von Swisscom einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent, was einem Wachstum von 18 Prozent entspricht. Die Jahre zuvor waren es jeweils 22 Franken, also zwischen 4,2 und 4,8 Prozent Dividendenrendite. Bei beiden Titeln dürften auch in Zukunft höhere Zahlungen möglich sein, besonders wenn Sunrise die Schuldenlast weiter verringern kann.

2) Pfizer

In der Schweiz könnte man schnell auch noch Novartis oder Roche als Dividendentitel denken, jedoch bietet ein Konkurrent der beiden Pharmagiganten fast noch positivere Aussichten. Pfizer weist im Gegensatz zu Roche eine positive Jahresbilanz von fast 9 Prozent aus. Die Aktie weist seit Längerem einen Aufwärtstrend auf und hat jüngst ein neues Allzeithoch seit Oktober 2024 auf 28 Dollar erreicht.

Das drittgrösste Pharmaunternehmen der Welt überzeugte nicht nur mit starken Quartalszahlen, auch die Forschungspipeline sorgt für Optimismus. So erhielt Pfizer Ende März die europäische Zulassung für ein neues Blutermedikament. Das Mittel zielt auf die Behandlung von Personen mit Hämophilie A oder B ab, für die es bisher nur wenig Therapiemöglichkeiten gab.  

Eines der überzeugendsten Argumente ist jedoch die Beständigkeit.  Pfizer zahlt seit mehr als 50 Jahren ununterbrochen Dividenden und hat diese 15 Jahre in Folge erhöht. So erhielten Anleger im März 0,43 Dollar je Aktie ausbezahlt. Dies entspricht einer Jahresdividende von 1,72 Dollar je Aktie, was beim aktuellen Kurs einer Dividendenrendite von 6,67 Prozent entspricht. Die Ausschüttung erfolgt quartalsweise im März, Juni, September und Dezember. 

3) Pepsi und Coca-Cola

Weitere Klassiker, wenn es um Dividendenaristokraten geht, sind die beiden Getränkehersteller Pepsi und Coca-Cola. Beide Titel haben seit der Jahreswende 10 Prozent an Wert gewonnen und verbuchen somit eine klar bessere Performance als der US‑Gesamtmarkt der gemessen am S&P 500 rund 4,8 Prozent im Minus notiert.

Ähnlich wie bei Sunrise und Swisscom weisen die Geschäftsmodelle der Getränkekonzerne eine defensive Ausrichtung auf. Auch sie sind gegen temporäre Belastungen nicht immun, jedoch minimiert besonders Coca-Cola dank Lizenzierungen und Partnern die Risiken und sichert sich so konstante Einnahmen. Bei Pepsi schafft das Produktportfolio, welches nebst Getränken auch Snacks umfasst, Solidität. So gelten beide Aktie auch in unsicheren Zeiten als Stabilisatoren in Portfolios.

Coca-Cola gilt nach 64 Jahren Dividendensteigerung am Stück als sehr zuverlässiger Dividendenzahler. Bei Pepsi sind es 10 Jahre weniger, also 54 Erhöhungen in Folge. Dennoch liegt die Rendite mit 3,63 Prozent für den New Yorker Konzern leicht höher als diejenige des Getränkeimperiums Coca-Cola (2,79 Prozent). 

4) British American Tobacco

Bekannt für seine hohe und beständige Dividende ist auch British American Tobacco. Der Tabakhersteller hat die Ausschüttungen in den vergangenen 28 Jahren gesteigert und zahlte in den letzten zehn Jahren durchschnittlich jeweils 4,83 Prozent mehr aus. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen Experten mit einer Dividendensteigerung von 2,08 Prozent. Für das Jahr 2025 konnten sich Anleger über 2,45 GBP pro Aktie freuen. Das entspricht einer Rendite von 5,81 Prozent. 

Finanzielle Sicherheit liefert das diversifizierte Geschäftsmodell, das nebst traditionellen Zigaretten auch neuartige und weniger schädliche Produkte orientiert, wie Vuse-E-Zigaretten. Bis 2035 soll sich der Umsatzanteil der rauchfreien Produkte auf mehr als 50 Prozent ausweiten. Ausserdem ist British American Tobacco global aktiv und stützt sich somit zusätzlich auf verschiedene geografische Märkte. 

Der Aktienkurs des britischen Unternehmens unterstreicht das. Seit Januar haben die Titel 4,66 Prozent zulegen können, trotz Verlusten im Monat März. In den vergangenen fünf Tagen zeigt die Linie jedoch wieder nach oben. Natürlich gehen jüngste Tendenzen für Gewinnmitnahmen und Sorgen in der Börsenwelt nicht spurlos an den Aktien vorbei.

5) Rückversicherer

Mit einer Rendite von 5 Prozent ist Swiss Re eine der dividendenstärksten Aktien des gesamten Swiss Market Index (SMI). Für 2025 ist von einer Erhöhung der Dividende um neun Prozent ​auf 8,00 Dollar je Aktie ​die Rede.  

Im Gegensatz zu den vorher besprochenen Aktien musste der Rückversicherer die stärksten Einbussen im jetzigen Jahr hinnehmen. Die Titel hatten seit Kriegsausbruch überdurchschnittlich nachgegeben. Laut Markbeobachtern könnten die Rückversicherer bei einer länger anhaltenden Krise höhere Preise für kommerzielle Risiken verlangen. Dennoch ist die Jahresbilanz bei Swiss Re nach wie vor positiv mit 1,5 Prozent Kursplus, gestützt unter anderem durch das laufende Aktienrückkaufprogramm von 1,5 Milliarden Dollar.

Auch Munich Re beschloss Ende Februar einen Aktienrückkauf mit einem Volumen von bis zu 2,250 Milliarden Euro. Das Dax-Mitglied gehört zu den Top-Dividendenzahlern mit rund 4,42 Prozent Rendite. Die Münchner Rückversicherung hatte im Februar angekündigt, dass Anleger eine Dividende von 24 Euro je Aktie erhalten sollen. Mit einem Nettogewinn von 6,12 Milliarden Euro im Jahr 2025 konnte das Unternehmen das eigene Ziel zum fünften Mal in Folge übertreffen. Der CEO Christoph Jurecka möchte das Nettoergebnis erneut um 6,3 Milliarden Euro übertreffen. 

Aisha Gutknecht arbeitet seit Juli 2024 als Redaktorin für cash.ch.
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