Voser-Rücktritt bei Roche - Verzögert sich die CEO-Suche bei ABB?

ABB ist auf der Suche nach einem neuen CEO. Diese könnte sich hinauszögern. Der Rücktritt von Interims-CEO Peter Voser aus dem Roche-Verwaltungsrat lässt darauf schliessen.
11.06.2019 14:36
Von Lorenz Burkhalter
VR-Präsident Peter Voser ist vorderhand auch als Konzernchef von ABB tätig.
VR-Präsident Peter Voser ist vorderhand auch als Konzernchef von ABB tätig.
Bild: ZVG

ABB-Präsident Peter Voser tritt als Verwaltungsrat des Pharmakonzerns Roche zurück. Das meldet das Basler Unternehmen am Dienstagmorgen. Acht Jahre lang war Voser als Verwaltungsrat für Roche tätig. Nun will er sich auf seine zusätzliche Aufgabe als interimistischer Firmenchef bei ABB konzentrieren. Voser tritt bereits Ende Monat aus dem Roche-VR zurück.

Die Meldung lässt aufhorchen. Könnte der Rücktritt Vosers aus dem Roche-Verwaltungsrat doch andeuten, dass die Suche nach einem neuen ABB-Firmenchef länger als erwartet dauern wird. Als das Unternehmen Mitte April 2019 überraschend den Rücktritt des langjährigen Konzernchefs Ulrich Spiesshofer bekanntgab, konnte es der Öffentlichkeit noch keinen Nachfolger präsentieren. Man habe die Suche nach einem solchen eingeleitet, so liess es damals durchblicken. Einen zeitlichen Rahmen für die Suche steckte das Unternehmen damals nicht ab.

ABB braucht einen Visionär

Seither wird an der Börse spekuliert, wer als Firmenchef auf den zurückgetretenen Ulrich Spiesshofer folgen könnte. Neben dem Sulzer-Chef Greg Poux-Guillaume werden auch Börje Ekholm von Ericsson oder Volvo-Chef Martin Lundstedt als mögliche Kandidaten gehandelt.

Dass es sich dabei ausschliesslich um externe Kandidaten handelt, kommt nicht von ungefähr. Denn selbst nach der Abspaltung des Stromnetzgeschäfts an die japanische Hitachi muss der Nachfolger Spiesshofers die heutige Konzernstruktur kritisch hinterfragen. Es ist kein Geheimnis, dass die beiden Grossaktionäre Cevian Capital und Artisan Partners auf grundlegende Veränderungen pochen. Artisan Partners fordert gar eine Aufspaltung in zwei, wenn nicht in drei voneinander unabhängige Unternehmen.

Börse reagiert vorerst entspannt

ABB brauche nicht nur einen neuen Firmenchef, sondern vielmehr einen Visionär. Jemanden, der sich nicht zu schade ist, unpopuläre Entscheide zu treffen, so verlautet aus Analystenkreisen (cash berichtete).

Die Investoren reagieren gelassen auf die meldung von Dienstag. Im Zuge von Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China erholt sich die ABB-Aktie zur Stunde um 2,1 Prozent auf 19,50 Franken.

In den vergangenen fünf Handelstagen konnte die ABB-Aktie um gut 4 Prozent zulegen. Zuvor notierte sie mit etwas mehr als 18 Franken in der Nähe der Mehrjahrestiefstkurse von Ende Dezember. Allerdings errechnet sich vom Jahreshoch von Mitte April bei 21,45 Franken aus betrachtet auch jetzt noch ein sattes Minus von 10 Prozent.

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