«Aktuell beschäftigen wir uns mit bis zu einer weiteren Million Kapazität, um die globale Marktsituation abzubilden», sagte Blume dem «Manager Magazin» vom Dienstag. Die Volumenplanung der Vergangenheit sei in der derzeitigen Markt- und Wettbewerbssituation unrealistisch. Volkswagen habe bereits in China die Produktionskapazität um eine Million Autos jährlich reduziert. In Europa solle die Kapazität vor allem bei Volkswagen und Audi ebenfalls um eine Million Fahrzeuge jährlich bis 2028 sinken, kündigte Blume an. «Dann kommen wir von insgesamt über zwölf Millionen investierten Kapazitäten auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr.»
Volkswagen hatte sich Ende 2024 mit dem Betriebsrat auf den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland geeinigt. Insgesamt fallen im Konzern, zu dem neben der Marke Volkswagen auch Audi und Porsche gehören, bis 2030 50.000 Arbeitsplätze weg. Blume sagte, bei der Reduzierung der Fabrikkosten mache Volkswagen derzeit Fortschritte, wie es sie bei Volkswagen zuvor noch nie gegeben habe. «Dennoch belasten uns weiter zu hohe Kapazitäten, die am Ende viel Geld kosten. Wir müssen einen geeigneten Weg erarbeiten, wie wir damit umgehen.»
Der Wolfsburger Autobauer reagiert damit auf den Absatzrückgang der vergangenen Jahre. Seit der Corona-Krise würden jährlich rund neun Millionen Autos weltweit verkauft, im Vorkrisenjahr 2019 seien es noch elf Millionen gewesen, sagte Blume. VW wolle mit dem Momentum seiner Produkte wieder wachsen. «Aber wir können uns darauf in der gegenwärtigen Weltlage nicht verlassen.»
In den USA zeigte sich Blume offen dafür, bei der neuen Marke Scout mit Partnern zusammenzuarbeiten. Das wäre eine Frage der Risikominimierung, sagte der Manager. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Scout-Chef Scott Keogh hatte zuletzt in einem Gespräch mit der «Financial Times» einen Börsengang ins Spiel gebracht. Volkswagen baut für die Marke derzeit ein neues Werk in South Carolina.
(Reuters)

