Die am Donnerstag angekündigte Beteiligung in Höhe von 100 Millionen Euro an dem neu aufgelegten DTCP Defense Fund ist dazu ein erster Schritt. So will die von den Familien Porsche und Piech kontrollierte Gesellschaft an europäischen Technologiestartups im Verteidigungssektor künftig Geld verdienen. «Insgesamt sieht die Porsche SE im Verteidigungs- und Sicherheitssektor ein erhebliches Wachstumspotenzial», erklärte der Dax-Konzern. Weitere direkte und partnerschaftliche Investitionen in diesem Sektor seien geplant.
Der Gewinneinbruch bei Volkswagen und Porsche liess unterdessen das Ergebnis der Porsche SE im vergangenen Jahr schrumpfen. Bei VW hatte sich der operative Gewinn halbiert, Porsche war wegen hoher Abschreibungen und eines Absatzrückgangs fast in die roten Zahlen gerutscht. Das um Veränderungen der Beteiligungswerte bereinigte Konzernergebnis der Porsche Holding sank um rund neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Analysten hatten für das angepasste Konzernergebnis nach zwei Prognosesenkungen des Dax-Konzerns nur 2,3 Milliarden Euro erwartet. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,7 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr enorme Wertberichtigungen auf die Buchwerte von VW und Porsche einen nicht zahlungswirksamen Verlust von 20 Milliarden Euro verursacht hatten.
Die zahlreichen kleinen Firmenbeteiligungen lieferten 2025, anders als im Vorjahr, einen erklecklichen Gewinnbeitrag von insgesamt 193 Millionen Euro. Der Drohnenbauer Quantum Systems, der nach Medienberichten einen Börsengang anstrebt, steuerte mit seiner auch militärisch nutzbaren Überwachungstechnik 114 Millionen Euro bei. «Wir haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich attraktive Beteiligungsopportunitäten identifiziert», erklärte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch. Das Netzwerk habe sich zu einem zentralen strategischen Asset entwickelt. Sechs Beteiligungen hätten mittlerweile den Einhorn-Status mit jeweils mindestens einer Milliarde Euro Unternehmenswert erreicht.
Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll auf 1,51 Euro je stimmrechtsloser Vorzugsaktie sinken, nach 1,91 Euro vor Jahresfrist. Analysten hatten eine höhere Ausschüttung erwartet. Für das laufende Jahr geht das Unternehmen von einem angepassten Konzernergebnis zwischen 1,5 und 3,5 Milliarden Euro aus. PSE-Chef Pötsch, der zugleich den Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns führt, befürwortete die Sparpläne der Autobauer. «Wir haben die klare Erwartungshaltung an das Management sowohl der Volkswagen AG als auch der Porsche AG, dass sie die herausfordernde Situation als Chance betrachten, die strategischen Anpassungen umzusetzen.» Nach einem Beschluss von vergangener Woche soll Pötsch, der am Samstag 75 Jahre alt wird, die Geschicke von VW und PSE eine weitere Amtszeit bestimmen.
(Reuters)

