Die Kurse der zehnjährigen Titel des Landes fielen am Montagmorgen, im Gegenzug stieg die Rendite in der Spitze auf 2,268 Prozent nach 2,206 Prozent im Schlussgeschäft vom Freitag. Der Risikoaufschlag zu den Bundesanleihen vergrösserte sich um 2,5 Basispunkte auf 55 Basispunkte. Macron werde es nun schwerer haben, seine europäische Agenda zu fördern, da viele andere politische Kräfte in Frankreich weniger daran interessiert seien, die Integration Europas zu forcieren, prognostizierte Berenberg-Volkswirt Holger Schmieding.

Wenige Wochen nach der Wiederwahl Macrons kam sein Bündnis "Ensemble" nach der zweiten Runde der Parlamentswahl am Sonntag auf 245 Sitze. Zur absoluten Mehrheit wären 289 Sitze erforderlich, bislang hatte Macrons Lager 350. Ministerpräsidentin Elisabeth Borne kündigte umgehende Sondierungsgespräche für eine Regierungsmehrheit an. Macron könnte ein Bündnis mit den Konservativen suchen oder eine Minderheitsregierung bilden, bei der von Fall zu Fall Gesetze mit wechselnden Partnern ausgehandelt werden. Das Ergebnis könnte aber auch ein politisches Patt bis hin zu Neuwahlen nach sich ziehen.

Am Aktienmarkt und beim Euro hinterliess der Wahlausgang kaum Spuren. Der französische Leitindex notierte mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent knapp im Plus. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich zeitweise um 0,4 Prozent auf 1,0542 Dollar. "Das Wahlergebnis aus Frankreich lässt den Euro erstaunlich kalt", konstatierte Thomas Altmann von QC Partners. "Offensichtlich sehen die Devisenhändler das Wahlergebnis aber mit der Euro-Schwäche der vergangenen Woche schon ausreichend eingepreist."

(Reuters)