Wie hoch die Offerte ist, ⁠teilten weder Warner noch Paramount am Dienstag mit. Einem Insider zufolge ist es aber höher als die 108,4 Milliarden Dollar ‌einschliesslich Schulden, die Paramount bisher für den Konkurrenten in Aussicht gestellt hatte. Das ‌von David Ellison geführte und von seinem ​Vater, dem Oracle-Gründer Larry Ellison, unterstützte Unternehmen will mit der Aufstockung die Bieterschlacht gegen Netflix doch noch für sich entscheiden. Warner Bros. hat sich hinter den Streaming-Pionier gestellt, der 82,7 Milliarden Dollar bietet, aber nur die Filmstudios und das Streaming-Geschäft übernehmen will.

«Die Fusionsvereinbarung mit Netflix bleibt in Kraft und der Verwaltungsrat empfiehlt ‌weiter die Netflix-Transaktion», betonte Warner Bros. Zum Konzern gehören unter anderem die Filme der «Harry Potter»- und «Game of Thrones»-Filmreihen, der Streamingdienst HBO Max und der Nachrichtensender CNN. Zu Paramount gehört auch der Fernsehsender CBS. Zuletzt hatte ​der aktivistische Investor Ancora Capital den Druck auf die Führung von Warner erhöht und ​gefordert, das Paramount-Angebot ernsthaft zu prüfen.

Netflix hat nun vier ​Tage lang die Chance, mit dem neuen Gebot gleichzuziehen. Der Streaming-Riese hat tiefe Taschen, so dass er sich eine Aufstockung wohl ‌leisten könnte. Warner Bros. und Paramount waren für Stellungnahmen zunächst nicht erreichbar.

Letztlich geht es in dem Bieterstreit um die Frage nach dem Wert des Kabelfernsehgeschäfts von Warner Bros. mit Sendern wie CNN und HGTV. Der ​Plan ​von Netflix sieht vor, diese in ein neues Unternehmen ⁠namens Discovery Global auszugliedern. Paramount hält die Sender dagegen für ​praktisch wertlos. Die Analysten ⁠von MoffettNathanson glauben, dass ein Angebot über 34 Dollar je Aktie Warner umstimmen und die Debatte um ‌den Wert von Discovery Global beenden könnte. Bisher bietet Paramount 30 Dollar je Aktie.

Zudem setzen die Ellisons darauf, dank ihrer Kontakte zur Regierung von US-Präsident Donald Trump kartellrechtliche Bedenken eher ‌ausräumen zu können als Netflix. US-Politiker beider Parteien haben aber bereits Bedenken ​wegen einer zu starken Marktmacht und Nachteilen für Verbraucher geäussert. Die Aktionäre von Warner Bros. sollen am 20. März über das Netflix-Angebot abstimmen. 

(Reuters)