Givaudan publiziert am Donnerstag, 29. Januar die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025. Nach Einschätzung der Analysten dürfte sich das Wachstum beim Aromen- und Duftstoffhersteller nach dem Rekordjahr 2024 im Jahr 2025 verlangsamt haben. Gemäss AWP-Konsens rechnen sie für das vergangene Jahr mit einem organischen Wachstum von 5,2 Prozent - nach 12,3 Prozent im Jahr davor.

Analysten verweisen auf eine verhaltene Volumenentwicklung bei Grosskunden - also bei multinationalen Konsumgüterkonzernen - besonders bei Nahrungsmitteln sowie Haushalts- und Körperpflegeartikeln. In der Folge habe sich vor allem das Aromengeschäft abgekühlt, zusätzlich belastet durch anspruchsvolle Vergleichszahlen und einen geringeren Beitrag aus Preiserhöhungen.

Auch regional sehen Analysten Gegenwind: Schwächere Trends in Nordamerika und Teilen Asiens hätten das Wachstum gedämpft, während Europa und das Duftstoffgeschäft vergleichsweise widerstandsfähig geblieben seien. Hinzu kommt aus Sicht der Analysten ein klar negativer Währungseffekt, der einen nur marginal positiven Akquisitionseffekt deutlich überlagern dürfte. In Franken wird damit im Schnitt ein deutlich geringeres Umsatzwachstum erwartet (AWP-Konsens: +0,7 Prozent).

Konkret rechnen die Experten mit einem Umsatz von 7,46 Milliarden Franken, wonach der bereinigte EBITDA bei 1,83 Milliarden Franken zu stehen käme, und sich der Reingewinn auf 1,052 Milliarden Franken belaufen dürfte. Die Dividende je Aktie erwarten die Analysten bei 72,30 Franken, nach 70 Franken im Vorjahr. 

Was Givaudan selbst erwartet

Givaudan ist auf Kurs, die Wachstumsziele für den Fünfjahreszyklus 2021 bis 2025 zu übertreffen. Von 2021 bis 2024 erzielte der Genfer Konzern ein durchschnittliches organisches Wachstum von 7,2 Prozent. Und nach neun Monaten 2025 lag das organische Umsatzwachstum bei 5,7 Prozent. Damit dürfte das Zielband von 4 bis 5 Prozent trotz der Abkühlung im dritten Quartal und erwarteter Verlangsamung im vierten klar übertroffen werden.

Für den Fünfjahreszyklus ab 2026 hat Givaudan unter neuer operativer Führung ein Zielband von 4 bis 6 Prozent definiert. Neuer CEO wird per 1. März 2026 Christian Stammkoetter; er kommt vom französischen Lebensmittelkonzern Danone, wo er die Region Asien, Naher Osten und Afrika verantwortete. Gleichzeitig hat die Ankündigung, dass der langjährige CEO Gilles Andrier nach seinem Rücktritt das Präsidium des Verwaltungsrats übernehmen soll, bei Marktbeobachtern Diskussionen über mögliche Governance-Risiken ausgelöst.

Wie hat sich die Aktie zuletzt entwickelt?

Trotz starker Geschäftszahlen tendiert die Givaudan-Aktie seit gut einem Jahr nach unten. Während der Aktienkurs aktuell bei rund 3'097 Franken liegt, wurden im September 2024 noch Kurse von über 4500 Franken verbucht. Analysten führen die Kursschwäche vor allem auf die erwartete Wachstumsverlangsamung nach dem Ausnahmejahr zurück sowie auf die generelle Zurückhaltung der Investoren gegenüber Konsumgüter- und Zulieferwerten.

Gleichzeitig betonen Analysten, dass die Aktie historisch tief bewertet sei und die Abwertung im Verhältnis zur operativen Leistung übertrieben erscheine. Dank der breiten Diversifikation, der hohen Innovationskraft und der starken Position in margenstarken, zukunftsorientierten Ingredienzen erwarten einige Auguren wieder steigende Kurse.

Dies spiegelt sich auch in den Empfehlungen wider. So liegen derzeit zehn Kauf-, neun Halte -, und eine Verkaufempfehlung vor. Das durchschnittliche Kursziel beläuft sich auf 3978,42 Franken - also weit über dem Kurs von 3'097 Franken am Mittwoch. 

(AWP/cash)