Seitdem das Management die Halbjahreszahlen 2026 vorgestellt hat, sind die Aktien von Georg Fischer (GF) um knapp 30 Prozent gestiegen. Auch wenn das Schaffhauser Traditionsunternehmen damit den Gesamtmarkt deutlich übertroffen hat, kann die Aktie um weitere 20 Prozent steigen. Dieser Ansicht ist der zuständige Analyst der St. Galler Kantonalbank (SGKB), wie er in einer Notiz vom Dienstag darstellt. Seine Einstufung der GF-Aktie wechselt zudem von «Neutral» auf «Opportunität».
Nach einer längeren Umbauphase stünden die Zeichen bei Georg Fischer «endlich wieder auf Wachstum», so der Experte. «Eine positive Entwicklung im Infrastrukturbereich, die wachsende Bedeutung des Halbleitergeschäfts und eine Aufhellung im europäischen Bausektor sollten der Gewinnentwicklung in den nächsten Jahren Rückenwind geben», heisst es zur Begründung weiter.
Auch die Margen dürften sich weiten, dies aufgrund von Synergien aus der Übernahme und Integration von Uponor sowie aufgrund des laufenden Effizienzprogramms, das die Kostenbasis senken soll.
Georg Fischer hat sich in einer mehrjährigen Transformationsphase vom Mischkonzern zum fokussierten Spezialisten für Durchflusslösungen entwickelt. Dazu zählen unter anderem Kühlsysteme für Rechenzentren, welche für die Entwicklung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz benötigt werden.
Die ersten Früchte des Konzernumbaus wurden Mitte Juli geerntet. Umsatz- und Gewinnzahlen lagen über den Erwartungen, zudem wurde der Ausblick für das organische Umsatzwachstum angehoben. «Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten wir eine Beschleunigung des Geschäfts, gestützt auf einen starken Auftragseingang, unter anderem in unserem Halbleiter-Segment, sowie eine anhaltende Dynamik für Infrastrukturlösungen», sagte CEO Andreas Müller zur Vorlage des Erstsemesterberichts.
Aktuell steht die Aktie von Georg Fischer bei 59,15 Franken. Ein 20-prozentiger Anstieg würde die Titel über die 70-Franken-Marke beziehungsweise auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2025 hieven. Das ist mehr, als die von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analysten derzeit prognostizieren. Im Schnitt sehen sie die Valoren von GF bei 64,50 Franken, rund 9 Prozent höher als die momentane Notierung. Derweil gibt es elf Kaufempfehlungen und weder «Halten»- noch «Verkaufen»-Ratings.

